Deutsche Tageszeitung - Expo-Organisatoren wehren sich gegen Zensurvorwürfe bei Michelangelo-Statue

Expo-Organisatoren wehren sich gegen Zensurvorwürfe bei Michelangelo-Statue


Expo-Organisatoren wehren sich gegen Zensurvorwürfe bei Michelangelo-Statue
Expo-Organisatoren wehren sich gegen Zensurvorwürfe bei Michelangelo-Statue / Foto: ©

Wer die Replik der berühmten David-Statue von Michelangelo auf der Weltausstellung in Dubai in ihrer vollen Pracht bewundern will, muss sich weit vorlehnen: Von der Besuchertribüne im italienischen Pavillon bei der Expo 2020 ist nämlich nur der Oberkörper des nackten Jünglings ohne Verrenkungen zu sehen, der Unterkörper mit den Genitalien hingegen nicht. Italienische Medien sehen darin Zensur durch die islamischen Gastgeber. Die Organisatoren wiesen diese Kritik jedoch zurück.

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Die ungewöhnliche Präsentation der Statue hat demnach "funktionale" Gründe. Im unteren Stockwerk des Pavillons fänden täglich Treffen mit hochrangigen Persönlichkeiten statt, die "den unteren Teil der Statue, der vollständig freigelegt ist, frei betrachten können". Außerdem könnten die Besucher die 5,20 Meter hohe Statue so auf "Augenhöhe" sehen - anders als beim Original in Florenz.

Italien hatte die Kopie der David-Statue eigens für die wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschobene Expo in Auftrag gegeben. Dafür wurde das zwischen 1501 und 1504 von dem italienischen Bildhauer Michelangelo aus einem Marmorblock gehauene Original in Florenz gescannt. Anschließend wurde mithilfe eines 3D-Druckers ein Abbild in Originalgröße aus Plastik gegossen. Die Statue stellt den biblischen Helden David dar, der den Riesen Goliath mit seiner Schleuder tötet.

(O.Tatarinov--DTZ)

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