Deutsche Tageszeitung - Ölpipeline vor der Küste Kaliforniens vermutlich bereits länger beschädigt

Ölpipeline vor der Küste Kaliforniens vermutlich bereits länger beschädigt


Ölpipeline vor der Küste Kaliforniens vermutlich bereits länger beschädigt
Ölpipeline vor der Küste Kaliforniens vermutlich bereits länger beschädigt / Foto: ©

Eine geborstene Ölpipeline vor der Küste Kaliforniens ist vermutlich bereits länger beschädigt als bislang bekannt. Wie die US-Küstenwache am Freitag erklärte, könnte der Riss in der Leitung bereits vor "mehreren Monaten bis zu einem Jahr" entstanden sein. Seitdem sind hunderttausende Liter Öl ins Meer vor der Küste von Huntington Beach südlich von Los Angeles entwichen. Der Schaden könnte demnach durch Schiffsanker verursacht worden sein.

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Die US-Behörden hatten die Ölpest Anfang des Monats entdeckt, als mit Öl verklebte Fische und Vögel angespült wurden. Seitdem sind hunderte Menschen im Einsatz, um den Ölteppich zu beseitigen. Insgesamt 24 Kilometer des für Surfer und Delfine bekannten Küstenstreifens zwischen Huntington Beach und Laguna Beach mussten gesperrt werden. Unterdessen geht die Suche nach der Ursache und den Schuldigen weiter.

Eine Untersuchung ergab, dass die Ölleitung am Meeresboden lang geschleift wurde, und zwar bis zu 30 Meter an der Stelle der größten Verformung. Aufnahmen der beschädigten Pipeline zeigten laut Küstenwache zudem "marines Wachstum" rund um den etwa 30 Zentimeter breiten Spalt in der Leitung. Dies gab den Ermittlern einen Hinweis darauf, wie lange die Leitung schon beschädigt ist.

Kapitän Jason Neubauer von der US-Küstenwache zufolge könnten mehrere Schiffe die Leitung mitgeschleift haben. Der Riss könnte sich dann im Laufe der Zeit immer weiter ausgedehnt haben. Bei einer routinemäßigen Inspektion im Oktober vergangenen Jahres seien aber keine Schäden entdeckt worden. "Wir werden daher jede Schiffsbewegung über dieser Pipeline und ihrer Umgebung im vergangenen Jahr untersuchen", sagte Neubauer.

Die nahe gelegenen Containerhäfen von Los Angeles und Long Beach gehören zu den am stärksten frequentierten Häfen der Welt. Wegen eines durch die Pandemie ausgelösten Stau mussten dutzende große Schiffen gleichzeitig auf See vor Anker liegen, während sie auf einen freien Liegeplatz in einem der Häfen warteten. Die Ermittler wollen nun anhand von Satellitenbildern und Funksprüchen prüfen, ob Anker an der falschen Stelle geworfen wurden.

Eine weitere Möglichkeit ist demnach, dass Schiffe, die in dem Gebiet vor Anker lagen, während eines schweren Sturms im Januar aus ihrer Verankerung gerissen wurden, und der Anker auf dem Grund schleifte. Eine andere Möglichkeit wären Erdbeben.

(A.Nikiforov--DTZ)

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