Deutsche Tageszeitung - Deutsche Schmerzgesellschaft fordert kritischen Dialog zu medizinischem Cannabis

Deutsche Schmerzgesellschaft fordert kritischen Dialog zu medizinischem Cannabis


Deutsche Schmerzgesellschaft fordert kritischen Dialog zu medizinischem Cannabis
Deutsche Schmerzgesellschaft fordert kritischen Dialog zu medizinischem Cannabis / Foto: ©

Die Deutsche Schmerzgesellschaft hat einen konstruktiven Dialog beteiligter Interessengruppen zu medizinischem Cannabis gefordert. "Die Behandlung chronischer Schmerzen mit medizinischem Cannabis steht in einem wachsenden Spannungsfeld von finanziellen Interessen, Hoffnungen der Betroffenen und einer nicht nachgewiesenen Effektivität", erklärte Frank Petzke, Leiter der Kommission Cannabis in der Medizin am Mittwoch in Mannheim. Erforderlich sei eine "kritische und rationale" Auseinandersetzung mit langfristigen Risiken, tatsächlichem Nutzen und den Kosten der Behandlung.

Textgröße ändern:

Allein in der ersten Hälfte dieses Jahres sei medizinisches Cannabis im Wert von fast 90 Millionen Euro verschrieben worden. "Diese hohe Summe legt nahe, dass ein wirtschaftlich interessanter Markt mit erheblichen Kosten für die Solidargemeinschaft entstanden ist", erklärte Petzke.

"Patienten mit schweren Erkrankungen und Schmerzen sowie deren Ärztinnen und Ärzte haben ein gut nachvollziehbares Interesse an einer Behandlungsoption mit Cannabis", erklärte er. In hochwertigen Studien gibt es laut Deutscher Schmerzgesellschaft allerdings nach wie vor keinen sicheren Wirkungsnachweis, obwohl Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen von positiven Effekten berichten. Im kommenden Jahr müsse es deshalb einen Dialog über die Zukunft von Cannabis auf Rezept geben.

In Deutschland ist die Verordnung von medizinischem Cannabis, Cannabisblüten oder Cannabisextrakten seit mehr als vier Jahren auf Rezept möglich. Ärztlich verordnet werden die Wirkstoffe etwa bei manchen Formen der Epilepsie, schmerzhafter Spastizität bei Multipler Sklerose sowie bei Übelkeit und Erbrechen nach einer Chemotherapie.

Für die Behandlung von anderen Erkrankungen sowie von Schmerzen mit Cannabis braucht es ein besonderes Antragsverfahren. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur, wenn eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt, für die andere Behandlungsmethoden bereits ausgeschöpft sind.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Hunderttausende strömen in Paris zur Freiluft-Messe mit Papst Leo XIV.

Hunderttausende Menschen sind am Samstag in Paris zu einer Freiluft-Messe mit Papst Leo XIV. geströmt. Schon mehrere Stunden vor Beginn der Veranstaltung versammelten sich unzählige Menschen in der französischen Hauptstadt auf den Champs-Elysées. Leo XIV. will am Nachmittag im Papamobil die berühmte Prachtstraße hinunterfahren - und dann auf dem Place de la Concorde eine Messe feiern. Erwartet werden insgesamt rund 600.000 Menschen.

Explosion in Haus nahe Akropolis in Athen: Ein Todesopfer aus Trümmern geborgen

Nach einer Explosion in einem Wohnhaus in der Altstadt von Athen haben Rettungskräfte eine Leiche aus dem Trümmern geborgen. Bei dem Todesopfer handelt es sich vermutlich um eine Touristin aus den USA, die gemeinsam mit ihrem Ehemann und einem weiteren Paar eine Ferienwohnung in dem Gebäude gemietet hatte, wie die griechische Nachrichtenagentur ANA am Samstag berichtete.

Polizei in Delmenhorst meldet einen Toten und einen Schwerverletzten

Im niedersächsischen Delmenhorst sind in der Nacht von Freitag auf Samstag zwei Männer schwer verletzt worden. Einer von ihnen starb auf dem Weg ins Krankenhaus, berichtete die Polizei am Samstagmorgen. In beiden Fällen wurden Ermittlungen eingeleitet.

Papst Leo XIV. ruft zu würdevollem Umgang mit Migranten auf

Papst Leo XIV. hat am zweiten Tag seiner Frankreichreise zu einem würdevollen Umgang mit Migranten aufgerufen. Die Menschen sollten "jene sehen, die unsichtbar sind, und jene befreien, die durch die wirtschaftliche Lage in die Sklaverei gedrängt werden", sagte der Papst bei seinem Besuch einer Einrichtung für Migranten in Paris. Die Geschichte der Kirche und der Menschheit sei nicht von denen geschrieben, die den Eindruck erwecken, zu siegen, indem sie sich durchsetzen, sondern von denen, die sich um Frieden bemühen, Vertrauen schaffen und das Leben fördern, sagte der Papst im Haus Bakhita, das die Diözese Paris eingerichtet hat.

Textgröße ändern: