Deutsche Tageszeitung - US-Regierung bereitet großangelegte Corona-Impfkampagne für Kinder vor

US-Regierung bereitet großangelegte Corona-Impfkampagne für Kinder vor


US-Regierung bereitet großangelegte Corona-Impfkampagne für Kinder vor
US-Regierung bereitet großangelegte Corona-Impfkampagne für Kinder vor / Foto: ©

Die US-Regierung bereitet eine großangelegte Corona-Impfkampagne für Fünf- bis Elfjährige ab Anfang November vor. Das Weiße Haus erklärte am Mittwoch, die ersten Impfungen für Kinder dieser Altersgruppe könnten "in den Tagen" nach einer endgültigen Empfehlung durch die US-Gesundheitsbehörde CDC erfolgen. Impfungen für die geschätzt 28 Millionen Kinder zwischen fünf und elf Jahren sollen in Kinderarztpraxen, Kinderkrankenhäusern, Apotheken und Schulen verabreicht werden.

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Das Weiße Haus betonte, die Entscheidungen für eine Zulassung und Empfehlung von Kinderimpfungen würden von der US-Arzneimittelbehörde FDA und der CDC getroffen. Die Regierung sei aber "bereit", bei positiven Entscheidungen umgehend mit dem Impfen zu beginnen.

Der deutsche Impfstoffentwickler Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten Anfang Oktober einen Antrag auf eine Notfallzulassung ihres Corona-Vakzins für Fünf- bis Elfjährige gestellt. Ein unabhängiges Expertengremium der FDA wird sich am 26. Oktober mit der Frage einer Zulassung befassen.

Ein CDC-Ausschuss wird dann am 2. und 3. November eine Impfempfehlung für diese Altersgruppe prüfen. Es wird erwartet, dass der Impfstoff für die Altersgruppe zugelassen und empfohlen wird, wie es bereits bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren der Fall ist.

Dies wäre ein "weiterer Meilenstein in unseren Bemühungen, auf diesem historischen Fortschritt aufzubauen und noch mehr Amerikaner zu schützen", erklärte das Weiße Haus. Ziel sei es, "Kinder und Familien" zu schützen, besonders jene mit einem erhöhten Krankheitsrisiko.

Bei Kindern kommt es bei einer Infektion mit dem Coronavirus zwar seltener zu einem schweren Krankheitsverlauf. Sie können aber trotzdem erkranken und andere Menschen anstecken. Viele Experten werben deswegen für Impfungen für Kinder - auch, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Allerdings gibt es viele Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen wollen.

Von Herdenimmunität wird gesprochen, wenn in einer Bevölkerung so viele Menschen gegen ein Virus immun sind, dass sich dieses kaum noch ausbreiten kann.

In den USA sind inzwischen mehr als 189 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das sind rund 57 Prozent der Gesamtbevölkerung und zwei Drittel der Menschen, die Anspruch auf eine Impfung haben. Für die Herdenimmunität ist diese Impfquote noch deutlich zu niedrig.

Neben der Frage von Impfungen für Kinder sind derzeit auch Auffrischungsimpfungen ein großes Thema in den USA. Die FDA sollte am Mittwoch sogenannte Booster-Impfungen mit den Vakzinen von Moderna und Johnson & Johnson zulassen. Beim Biontech-Pfizer-Impfstoff ist dies bereits der Fall.

Zugelassen werden dürften auch Kreuzimpfungen, also beispielsweise eine Auffrischungsimpfung mit Biontech-Pfizer nach einer ersten Dosis mit dem Präparat von Johnson & Johnson. Dieses Vorgehen wird in anderen Ländern wie Deutschland bereits praktiziert.

(W.Uljanov--DTZ)

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