Deutsche Tageszeitung - Drohne soll zwischen Lavaströmen eingeschlossene Hunde auf La Palma retten

Drohne soll zwischen Lavaströmen eingeschlossene Hunde auf La Palma retten


Drohne soll zwischen Lavaströmen eingeschlossene Hunde auf La Palma retten
Drohne soll zwischen Lavaströmen eingeschlossene Hunde auf La Palma retten / Foto: ©

Mit einer beispiellosen Rettungsaktion per Drohne wollen Helfer auf der Kanaren-Insel La Palma vier Hunde retten, die nach dem Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja zwischen Lavaströmen eingeschlossen sind. Das spanische Drohnen-Unternehmen Aerocameras bereitete am Mittwoch unter Hochdruck die Rettungsaktion vor. "Wir haben keinerlei Erfahrung darin, ein lebendes Tier mit einer Drohne zu transportieren - noch hat das sonst jemand", betonte Firmenchef Jaime Pereira im Privatsender Telecinco.

Textgröße ändern:

Nach Einschätzung von Tierschützern ist der Drohneneinsatz allerdings die einzige Chance, die vier Hunde lebend zu bergen. Die Tierschutzorganisation Leales.org war Anfang Oktober auf die zwischen Lavaströmen eingeschlossenen Vierbeiner aufmerksam geworden - und hatte daraufhin die Versorgung der Tiere mit Wasser und Nahrung per Drohne organisiert.

Von Leales.org stammt auch die Idee, eine der für Frachttransporte genutzten Drohnen von Aerocameras für die Rettungsaktion zu verwenden. Zu Fuß oder per Hubschrauber zu den Tieren zu gelangen, sei wegen der glühenden Lava sowie der Asche- und Gaswolken des Cumbre Vieja nicht möglich, sagte Leales.org-Sprecher Alejandro Molina der Nachrichtenagentur AFP. Die Rettung per Drohne sei "der einzige Weg, es zu tun".

Ein Aerocameras-Team befindet sich seit Montag auf La Palma. Zuvor hatten die Behörden auf der Kanareninsel grünes Licht für die ungewöhnliche Rettungsaktion gegeben - gemäß spanischem Recht dürfen Drohnen eigentlich keine Menschen oder Tiere transportieren.

Wann genau der Drohneneinsatz erfolgen soll, ist noch unklar. Gemäß dem Plan der Retter sollen die Hunde einzeln mit einem an der 50 Kilogramm schweren Drohne befestigtem Netz eingefangen und in Sicherheit gebracht werden.

Ob dies auch funktionieren wird, ist allerdings offen. Alles hänge davon ab, wie die Hunde auf die Drohne reagieren würden, sagte Pereira. "Der Hund könnte reagieren, indem er davonläuft, sich bewegt oder springt." Es gebe auch mahnende Stimmen, die davor warnten, dass die Hunde sich verletzen oder einen Herzinfarkt erleiden könnten, sagte der Aerocameras-Geschäftsführer. "Natürlich gibt es alle möglichen Risiken. Aber entweder bekommen wir sie da raus oder sie werden in einigen Tagen oder Wochen nicht mehr existieren."

Der Vulkan Cumbre Vieja, der 15 Kilometer westlich des Flughafens liegt, war am 19. September zum ersten Mal seit 50 Jahren ausgebrochen. Riesige Lavamengen fließen seitdem in Richtung Meer und zerstörten bereits mehr als 760 Hektar Land mitsamt rund 2000 Gebäuden. Etwa 7000 Menschen mussten wegen der Naturkatastrophe ihre Häuser verlassen.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Rechter Hardliner De la Espriella als Kolumbiens Präsident vereidigt

Der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella ist als neuer Präsident Kolumbiens vereidigt worden. Der 48-jährige Verbündete von US-Präsident Donald Trump legte am Freitag in der südwestkolumbianischen Großstadt Cali den Amtseid ab und trat damit die Nachfolge des linken Präsidenten Gustavo Petro an. De la Espriella will unter anderem den Kampf gegen Guerillagruppen und den Drogenhandel im Land deutlich verschärfen und die Beziehungen zu den USA wieder ausbauen.

Eurojackpot geknackt: Mehr als 32 Millionen Euro gehen nach Nordrhein-Westfalen

Ein Glückspilz aus Nordrhein-Westfalen hat den Eurojackpot geknackt und mehr als 32 Millionen Euro gewonnen. Wie die Westdeutsche Lotterie am Freitag mitteilte, bekommt die Gewinnerin oder der Gewinner 32.658.025 Euro. Die richtigen Gewinnzahlen lauteten eins, drei, sechs, 13 und 23, mit den Eurozahlen fünf und sieben.

US-Berufungsgericht bestätigt Aussetzung von Trumps umstrittenen Ballsaal-Plänen

US-Präsident Donald Trump hat bei seinem umstrittenen Ballsaal-Projekt neben dem Weißen Haus eine weitere juristische Schlappe hinnehmen müssen. Ein Bundesberufungsgericht bestätigte am Freitag die im April von einem Richter angeordnete Aussetzung der Bauarbeiten. Es begründete sein Urteil mit der fehlenden Zustimmung des Kongresses und gab der US-Regierung zwei Wochen Zeit, um gegebenenfalls den Obersten Gerichtshof anzurufen.

Polizei entdeckt Cannabisplantage mit mehr als 900 Pflanzen in Kerpen - Festnahme

Bei einer Durchsuchung in einem Haus in Kerpen nahe Köln hat die Polizei eine Cannabisplantage mit mehr als 900 Pflanzen entdeckt. Ein 40-jähriger Verdächtiger wurde vor Ort festgenommen, wie die Polizei in Bergheim und die Kölner Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilten. Die Ermittler waren demnach durch einen Zeugenhinweis auf die Plantage aufmerksam geworden. Insgesamt wurden am Donnerstag drei Objekte im Rhein-Erft-Kreis durchsucht.

Textgröße ändern: