Deutsche Tageszeitung - Sturmtief fegt über Europa hinweg

Sturmtief fegt über Europa hinweg


Sturmtief fegt über Europa hinweg
Sturmtief fegt über Europa hinweg / Foto: ©

Stromausfälle, abgedeckte Dächer und Verkehrsbehinderungen: Sturmtief "Aurore" hat am Donnerstag für erhebliche Schäden in mehreren europäischen Ländern gesorgt. In mehreren Regionen Frankreichs und Deutschlands kam es zu größeren Störungen im Bahnverkehr. Im Norden Frankreichs waren zeitweise rund 250.000 Haushalte ohne Strom und auch in Teilen Deutschlands kam es zu Stromausfällen durch beschädigte Leitungen. In Polen starben vier Menschen bei unwetterbedingten Unfällen.

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"Aurore" war seit Mittwochnachmittag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 175 Stundenkilometern über den Norden Frankreichs hinweggezogen. Zahlreiche Bäume stürzten um, Häuser wurden abgedeckt, der Zugverkehr war erheblich gestört. In der besonders betroffenen Region Normandie wurde der Bahnverkehr komplett eingestellt. Im Laufe des Donnerstags normalisierte sich die Lage allmählich wieder.

120.000 Haushalte in Frankreich waren am früheren Nachmittag aber weiter ohne Strom, wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte. 4000 Techniker rückten aus, um die Versorgung wiederherzustellen.

In der Nacht zum Donnerstag zog der Sturm in Richtung Osten weiter und erfasste weite Teile Deutschlands. Nach Angaben von Feuerwehr und Polizei stürzten vielerorts Bäume um, vereinzelt gab es Verletzte. Im Zugverkehr kam es in vielen Regionen zu Ausfällen und Verspätungen.

Die Sturmfront zog nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von teils mehr als hundert Stundenkilometern von West nach Ost über Deutschland, wobei der Schwerpunkt in der Mitte des Landes lag. Im Lauf des Donnerstags wurden die Unwetterwarnungen nach und nach wieder aufgehoben. Es blieb allgemein aber stürmisch.

Größere Störungen löste der Herbststurm im Schienenverkehr aus. Die Bahn stellte vorübergehend den gesamten Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen ein. Bis zum Donnerstagmittag fuhren Züge auf vielen Strecken allerdings wieder.

Bundesweit rückten Feuerwehr und Polizei zu hunderten Einsätzen aus, meist wegen umgestürzter Bäume oder abgebrochener Äste. In Völkersbach in Baden-Württemberg fiel ein Baum an einem Waldrand auf einen 64-Jährigen und verletzte ihn lebensgefährlich, wie die Polizei berichtete. Aus verschiedenen Bundesländern meldeten Energieversorger darüber hinaus Stromausfälle durch beschädigte Leitungen. In vielen Regionen waren zeitweise Straßen durch Bäume blockiert.

Die Behörden in den Niederlanden riefen wegen des Sturmtiefs "Aurore" die zweithöchste Warnstufe aus. Berichten zufolge wurden vier Menschen bei Minitornados verletzt. Aufnahmen des TV-Senders NOS aus dem Ort Barendrecht nahe Rotterdam zeigten beschädigte Dächer, zerstörte Gartenhäuschen und umgestürzte Trampoline. Auf einem Campingplatz in Zelhem unweit der Grenze zu Deutschland brach ein Ast ab und stürzte auf eine Hütte. Die niederländische Fluggesellschaft KLM strich wegen des Unwetters mehr als 60 Flüge.

Auch die Wetterbehörden in Polen gaben am Donnerstag für fast alle Regionen des Landes eine Sturmwarnung aus. Besonders betroffen war die Region Niederschlesien. In Breslau sei ein Baum auf ein Auto gestürzt, teilte die Feuerwehr mit. Zwei Insassen seien dabei ums Leben gekommen. Zudem sei ein Mensch sei wegen des Sturms mit einem Kleinbus von der Straße abgekommen und verunglückt. Ein Bauarbeiter starb den Angaben zufolge, als auf einer Baustelle eine Mauer einstürzte.

(O.Tatarinov--DTZ)

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