Deutsche Tageszeitung - Europol nimmt weltweit 150 Verdächtige bei Schlag gegen Darknetkriminalität fest

Europol nimmt weltweit 150 Verdächtige bei Schlag gegen Darknetkriminalität fest


Europol nimmt weltweit 150 Verdächtige bei Schlag gegen Darknetkriminalität fest
Europol nimmt weltweit 150 Verdächtige bei Schlag gegen Darknetkriminalität fest / Foto: ©

Europol ist nach eigenen Angaben ein wichtiger Schlag gegen die organisierte Kriminalität im Darknet gelungen. Weltweit wurden bei einem der bislang größten Einsätze dieser Art 150 Verdächtige festgenommen, davon 47 allein in Deutschland, wie die in Den Haag ansässige Polizeibehörde am Dienstag mitteilte.

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Im Rahmen des Einsatzes Dark Huntor gab es demnach Zugriffe in Australien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, der Schweiz, Großbritannien und den USA. Dark Huntor geht auf eine von Deutschland geleitete Polizeiaktion Anfang des Jahres zurück, wobei der weltweit größte Darknetmarktplatz "Darkmarket" zerschlagen wurde.

In Deutschland koordinierte die Polizei Oldenburg die Ermittlungen, die in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein geführt wurden. Hierzulande richtete sich das Verfahren vor allem gegen Verkäufer mit einem hohen Umsatz im Darknet.

Insgesamt wurden laut Polizeiangaben in Deutschland eine Million Euro in bar oder als Kryptowährung sowie über 260 Kilogramm Drogen beschlagnahmt. Darunter seien unter anderem 113 Kilogramm Amphetamine und zehntausende Tabletten Ecstasy gewesen. Auch Schusswaffen und Elektroschocker fanden die Polizisten in Deutschland.

In den USA nahm die Polizei am Dienstag 65 Verdächtige fest. 47 Menschen wurden in Deutschland in Gewahrsam genommen, 24 in Großbritannien und jeweils vier in Italien und den Niederlanden. Einige der Festgenommenen wurden von Europol als "hochrangige Ziele" eingestuft.

Die Polizei beschlagnahmte insgesamt 26,7 Millionen Euro in bar und Kryptowährungen sowie 45 Waffen. Die italienische Polizei schloss auch die Marktplätze "DeepSea" und "Berlusconi", auf denen den Angaben zufolge zusammen über hunderttausend illegale Produkte angeboten wurden.

Die deutsche Polizei hatte im Januar den Onlinemarktplatz "Darkmarket" abgeschaltet und den mutmaßlichen Betreiber festgesetzt. Laut Europol lieferten dessen Verhaftung und die Beschlagnahme der kriminellen Infrastruktur den "Ermittlern in aller Welt eine Fülle von Beweisen".

Das Darknet umfasst Websites, auf die nur mit spezieller Software oder Berechtigungen zugegriffen werden kann, wodurch die Anonymität der Nutzer gewährleistet wird. Es ist damit eine ideale Plattform für illegale Aktivitäten, geriet aber in den vergangenen Monaten zunehmend unter Druck der internationalen Strafverfolgungsbehörden.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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