Deutsche Tageszeitung - USA öffnen nach mehr als anderthalb Jahren Grenzen für geimpfte Reisende

USA öffnen nach mehr als anderthalb Jahren Grenzen für geimpfte Reisende


USA öffnen nach mehr als anderthalb Jahren Grenzen für geimpfte Reisende
USA öffnen nach mehr als anderthalb Jahren Grenzen für geimpfte Reisende / Foto: ©

Die USA haben mehr als anderthalb Jahre nach Verhängung weitgehender Einreisesperren ihre Grenzen für vollständig geimpfte Reisende aus einer Reihe von Ländern geöffnet. Die mexikanischen Grenzbehörden bereiteten sich am Montag deshalb auf lange Warteschlangen an den Grenzübergängen zum nördlichen Nachbarland vor. Fluggesellschaften erhöhten wegen hoher Nachfrage die Zahl transatlantischer Flüge und planten größere Flugzeuge ein.

Textgröße ändern:

Reisende müssen vor dem Abflug in die USA nachweisen, dass sie vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Die US-Behörden akzeptieren alle von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannten Impfstoffe. Das sind derzeit Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca, Johnson & Johnson sowie die chinesischen Impfstoffe Sinopharm und Sinovac. Außerdem müssen bei Einreise ein höchstens drei Tage alter negativer Corona-Test vorgelegt und Daten für eine mögliche Kontaktnachverfolgung hinterlassen werden.

Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte im Januar 2020 ein Einreiseverbot für China verhängt, wo das Coronavirus zuerst aufgetaucht war. Als sich das Epizentrum der Pandemie nach Europa verschob, erließ Trump im März 2020 auch Einreisesperren für den Schengen-Raum, Großbritannien und Irland. Auch gegen die Nachbarländer Mexiko und Kanada und viele andere Länder wie Indien, Brasilien und Südafrika schotteten die USA sich ab.

Trumps Nachfolger Joe Biden hielt an diesen sogenannten Travel Bans fest, was in Deutschland und anderen EU-Staaten zunehmend auf Kritik stieß, da Reisen aus den USA in die EU schon deutlich früher wieder möglich waren. Auch in Mexiko und Kanada waren die Einreiseverbote zuletzt stark umstritten.

Im September kündigte das Weiße Haus dann an, die Grenzen im November wieder für geimpfte Reisende zu öffnen. "Es war so hart", sagte die 63-jährige Britin Alison Henry, die gleich am Montag zu ihrem Sohn nach New York fliegen wollte - nach 20 Monaten Trennung.

Auch die Wirtschaft ist erleichtert über die Grenzöffnung. In Deutschland begrüßte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau den Schritt. "Damit kehrt der Geschäftsreiseverkehr zwischen Europa und den USA zum Normalmodus zurück", erklärte Ulrich Ackermann vom VDMA. Der Verband verwies darauf, dass die USA "der größte Exportmarkt und Investitionsstandort" für die Branche sei. "Deshalb waren die Reiseverbote für viele Geschäftsreisende aus Deutschland und anderen Schengen-Ländern eine besondere Herausforderung."

Besonders bedeutend ist auch die Öffnung der Landgrenzen zu Mexiko und Kanada. Entlang der südlichen Grenze haben viele Städte in den US-Bundesstaaten Texas und Kalifornien aufgrund von Handelsbarrieren im Zuge der Grenzschließungen und anderer Corona-Maßnahmen mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen.

Auf mexikanischer Seite warnten die Behörden nun vor langen Schlangen an den Grenzübergängen. Die bevorstehende Grenzöffnung führte auch zu einer Dollar-Knappheit in den Wechselstuben in Ciudad Juárez. Die Behörden der Grenzstadt führten eigens ein System zur Lenkung des Verkehrs ein und stellten tragbare Toiletten auf den Brücken auf, die in die USA führen.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Traktor stürzt in Wassergraben: 39-Jährige stirbt in Niedersachsen

In Niedersachsen ist ein mit einer Familie besetzter Traktor in einen Wassergraben gestürzt. Eine 39-jährige Frau wurde unter dem Gefährt eingeklemmt und starb noch an der Unfallstelle, wie die Polizei in Delmenhorst am Sonntag mitteilte. Ein 35-jähriger Mann und die gemeinsame fünfjährige Tochter konnten aus dem Traktor gerettet werden. Sie standen unter Schock und wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Zivilschutz: 16 Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen am Wochenende

Ungeachtet der von der Hamas erklärten Zustimmung zu ihrer Entwaffnung hat Israel nach Angaben der radikalislamischen Palästinenserorganisation massive Angriffe im Gazastreifen ausgeführt. Dabei wurden am Wochenende insgesamt 16 Menschen getötet, wie die Hamas mitteilte. Bei Angriffen im Verlauf des Samstags wurden demnach acht Menschen getötet. Dabei seien auch mehrere Lager für Medikamente zerstört oder beschädigt worden. Bei israelischen Angriffen auf Wohngebäude in der Nacht zum Sonntag wurden dem Hamas-Zivilschutz zufolge mindestens acht weitere Menschen getötet.

Erneuter Gefängnisaufstand in Sri Lanka - Hunderte Soldaten im Einsatz

Nach dem zweiten Gefängnisaufstand innerhalb eines Monats in Sri Lanka hat die Regierung am Sonntag hunderte Soldaten eingesetzt, um weitere Ausschreitungen zu verhindern. "Wir haben Verstärkung von den Streitkräften und den Spezialkräften erhalten, um die Ordnung wiederherzustellen und die Häftlinge in ihre Zellen zurückzubringen", sagte der stellvertretende Polizei-Chef Sanjeewa Medawatte.

Mehr als 12.000 Hektar Land durch Waldbrände in Griechenland zerstört

Durch die Waldbrände in Griechenland sind mittlerweile mehr als 12.000 Hektar Land zerstört worden. Nach Angaben des Wetterdienstes des Nationalen Observatoriums wurden allein bei mehreren Bränden im Golf von Korinth, die besonders in der Region des beliebten Küstenortes Porto Germeno in der Nähe von Athen wüteten, bis Sonntag mehr als 6500 Hektar Land verbrannt. Auf den Inseln Kreta und Paros zerstörten die Brände demnach weitere 6000 Hektar.

Textgröße ändern: