Deutsche Tageszeitung - Japanischer Bahnbetreiber kürzt Lohn von Zugführer wegen einminütiger Verspätung

Japanischer Bahnbetreiber kürzt Lohn von Zugführer wegen einminütiger Verspätung


Japanischer Bahnbetreiber kürzt Lohn von Zugführer wegen einminütiger Verspätung
Japanischer Bahnbetreiber kürzt Lohn von Zugführer wegen einminütiger Verspätung / Foto: ©

Eine Verspätung um eine Minute im für sein pünktliches Bahnnetz berühmten Japan hat zu schweren Verwerfungen zwischen einem Lokführer und seinem Arbeitgeber geführt: Weil der Bahnbetreiber West Japan Railway dem Lokführer seinen Lohn wegen der einminütigen Verspätung um umgerechnet 43 Cent kürzte, zog dieser gegen seinen Arbeitgeber vor Gericht, wie die Bahngesellschaft am Donnerstag mitteilte. Er fordert nun fast 17.000 Euro Schadenersatz.

Textgröße ändern:

Der Zugführer sollte laut einem Bericht der Zeitung "Yomiuri Shimbun" im Juni 2020 einen leeren Zug in ein Depot im Bahnhof von Okayama im Westen Japans bringen, fuhr aber aufs falsche Gleis. Wegen der Verwechslung verzögerten sich der Fahrerwechsel sowie die Ankunft des Zuges um eine Minute. Der Betreiber argumentiert, die Lohnkürzung sei angemessen, da während der Verzögerung keine Arbeit geleistet worden sei. Der Lokführer hält dagegen, er habe nur einen kleinen Fehler gemacht und sei nicht seiner Arbeit ferngeblieben.

Das japanische Bahnnetz ist für seine Effizienz und Pünktlichkeit berühmt und wird regelmäßig als Vorbild für Bahnnetze in aller Welt genannt. 2017 hatte ein japanischer Bahnbetreiber international für Schlagzeilen gesorgt, nachdem er sich für eine um 20 Sekunden verfrühte Zugabfahrt und die dadurch entstandenen "erheblichen Beeinträchtigungen" entschuldigt hatte.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Zwei Löschhubschrauber in Griechenland verunglückt

Bei der Bekämpfung der Waldbrände in Griechenland sind am Sonntag zwei Löschhubschrauber zusammengestoßen. Wie die Feuerwehr mitteilte, wurden "sofort Rettungsteams mobilisiert, um die Besatzungen zu orten und zu unterstützen". Die Kollision der beiden Helikopter des US-Herstellers Bell ereignete sich in der Region Psatha westlich von Athen.

Betrugsversuch: 103-Jährige delegiert falschen Wasserwerker am Nacken aus Wohnung

Falsche Wasserwerker sind beim Versuch, eine 103-jährige Frau in Bremen zu bestehlen, offensichtlich erfolglos geblieben. Die drei Betrüger verschafften sich am Freitag unter dem Vorwand, Arbeiten an der Wasserversorgung vornehmen zu müssen, Zugang zur Wohnung der Seniorin, wie die Polizei am Sonntag berichtete.

Waldbrände in Griechenland fressen sich weiter fort - Flammenmeer westlich von Athen

Unter schwierigen Wetterbedingungen hat die Feuerwehr in Griechenland am Wochenende weiter gegen Flammenfronten in verschiedenen Landesteilen angekämpft. Allein nahe dem Küstenferienort Porto Germeno waren nach Behördenangaben fast 500 Feuerwehrleute im Einsatz. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis sprach von einer "äußerst schwierigen" Lage mit "extremen" Wetterbedingungen. In ganz Griechenland wurden mittlerweile mehr als 12.000 Hektar Land zerstört, wie der Wetterdienst des Nationalen Observatoriums mitteilte.

Nach CSD-Anschlag: Union dringt auf rasche Konsequenzen

Nach dem Anschlag während der CSD-Demonstration in Berlin dringt die Union auf rasche Gesetzesverschärfungen. Die Bürger erwarteten jetzt Konsequenzen von der Politik, sagte Unions-Fraktionschef Thorsten Frei der "Bild am Sonntag". SPD-Fraktionschef Matthias Miersch zeigt sich grundsätzlich offen für eine Präventivhaft für sogenannte "Gefährder".

Textgröße ändern: