Deutsche Tageszeitung - Experten: 2G-Regelung in Österreich schwächt Infektionsgeschehen nicht ausreichend ab

Experten: 2G-Regelung in Österreich schwächt Infektionsgeschehen nicht ausreichend ab


Experten: 2G-Regelung in Österreich schwächt Infektionsgeschehen nicht ausreichend ab
Experten: 2G-Regelung in Österreich schwächt Infektionsgeschehen nicht ausreichend ab / Foto: ©

Trotz der Einführung der 2G-Regelung in Österreich vor zehn Tagen zeigt sich Experten zufolge keine ausreichende Abschwächung des Infektionsgeschehens. "Das Bremspotenzial dieser Maßnahmen ist aktuell unzureichend, um kurzfristig eine nachhaltige Senkung der Inzidenzen herbeizuführen", hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Aktualisierung der Covid-Prognose für den Alpenstaat, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Die täglichen Corona-Neuinfektionen erreichten derweil mit mehr als 14.000 Neuansteckungen einen neuen Höchststand in Österreich, die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf über 950.

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Wien hatte angesichts der dramatischen Corona-Lage vergangene Woche landesweit 2G-Regeln eingeführt. Seitdem haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zur Gastronomie, zu Konzerten, Sportveranstaltungen oder zum Friseur. Zwar sei eine "Reduktion der Wachstumsrate der täglichen Neuinfektionen auf hohem Niveau" beobachtet worden, die möglicherweise auf Boosterimpfungen und die 2G-Regelungen zurückzuführen sein könnten.

Diese Effekte reichten aber nicht aus - vor allem nicht in den besonders stark betroffenen Regionen. Laut Experten muss befürchtet werden, dass die intensivmedizinischen Kapazitäten für Covid-Patienten in naher Zukunft an ihre Grenzen stoßen werden, berichtete APA weiter.

Konkret beträgt demnach die Wahrscheinlichkeit, dass die systemkritische Auslastungsgrenze von 33 Prozent im Intensiv-Bereich in zwei Wochen überschritten wird, im Bundesland Oberösterreich 97,5 Prozent. Sie sei damit gegenüber der Vorwoche um weitere 2,5 Prozentpunkte gestiegen. In Salzburg und Vorarlberg beträgt sie demnach 84 Prozent - ein Plus von jeweils 19 Prozent gegenüber der letzten Einschätzung. Alarmierend sehe es auch in Tirol aus.

In ganz Österreich beträgt die Wahrscheinlichkeit 65 Prozent. Sie ist damit im Vergleich zur Vorwoche gleich geblieben - den Experten zufolge kein Indiz, das für die Wirksamkeit der 2G-Regel spricht.

Derweil meldete die Alpen-Republik 14.416 Neuansteckungen binnen 24 Stunden und damit so viele wie noch nie seit Pandemie-Beginn, wie APA unter Berufung auf die Behörden meldete. Der Tageswert liege damit weit über dem Schnitt der vergangenen sieben Tage in Höhe von 12.164 Fällen täglich.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich stieg laut APA ebenfalls kräftig an und erreichte einen Wert von 953,2 Fällen pro 100.000 Einwohner. Am Dienstag hatte der Inzidenzwert demnach noch bei 919,4 gelegen. Außerdem wurden am Mittwoch weitere 41 Corona-Tote gemeldet.

In Salzburg waren wegen der drohenden Überlastung der Intensivstationen am Dienstag bereits Vorbereitungen für eine mögliche Triage getroffen worden. In den Landeskliniken wurde ein sechsköpfiges Team für diese Maßnahme nominiert, bei der zwischen zwei Patienten, die akut einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen, abgewogen werden muss, wenn die Betten nicht mehr ausreichen.

Nach der 2G-Regelung hatte Österreich am Montag einen landesweiten Lockdown für Ungeimpfte eingeführt. Er dient nach Regierungsangaben der "Verhinderung eines Zusammenbruchs der medizinischen Versorgung" und gilt zunächst für zehn Tage für alle Menschen ab zwölf Jahren, die weder über einen Impfnachweis noch über den Nachweis einer in den vergangenen 180 Tagen überstandenen Corona-Infektion verfügen.

Sie dürfen ihre Wohnung nur noch für Lebensmittel-Einkäufe, Arbeit oder Ausbildung, Arztbesuche sowie zur körperlichen Erholung verlassen. Neu ist nun, dass Ungeimpfte beim Einkaufen auf die Grundversorgung beschränkt werden.

(Y.Leyard--DTZ)

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