Deutsche Tageszeitung - Regierung in Kanada mobilisiert nach Überschwemmungen das Militär

Regierung in Kanada mobilisiert nach Überschwemmungen das Militär


Regierung in Kanada mobilisiert nach Überschwemmungen das Militär
Regierung in Kanada mobilisiert nach Überschwemmungen das Militär / Foto: ©

Kanada hat wegen der Überschwemmungen im Westen des Landes das Militär mobilisiert. "Hunderte Mitglieder der kanadischen Streitkräfte sind unterwegs, um zu helfen", sagte Premierminister Justin Trudeau am Mittwoch (Ortszeit). Tausende weitere könnten folgen. Der Regierungschef der betroffenen Provinz British Columbia, John Horgan, rief den Ausnahmezustand aus. Er gehe davon aus, dass die Zahl der Toten "in den kommenden Tagen" weiter steigen werde.

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Bislang hat die Regierung den Tod einer Frau nahe des 250 Kilometer nördlich von Vancouver gelegenen Orts Lillooet bestätigt. Vier weitere Menschen wurden nach Erdrutschen in der Gegend noch vermisst, wie die Polizei der Nachrichtenagentur AFP mitteilte.

Die Wasser- und Schlammmassen hatten am Sonntag und Montag tausende Menschen zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen. Hunderte Menschen, die auf verschlammten Straßen stundenlang in ihren Fahrzeugen festsaßen, wurden mit Militärhubschraubern in Sicherheit gebracht.

Mehrere Hauptverbindungsstraßen und eine Bahnverbindung nach Vancouver mussten gesperrt werden. Die kanadische Westküsten-Metropole war daher nur noch vom Süden her - aus den USA kommend - erreichbar. Auch der wichtige Hochseehafen war vom Landesinneren abgeschnitten.

Premierminister Trudeau sagte bei einem Besuch in Washington, die tagelangen Regenfälle hätten "historische und schreckliche Überschwemmungen verursacht". Das Militär solle "bei allem helfen, von der Versorgung bis hin zur Evakuierung, was auch immer benötigt wird".

Während die ersten Schneeflocken des Winters über den betroffenen Gebieten fielen, suchten zahlreiche Menschen händeringend nach Lebensmitteln und Wasser. In vielen Lebensmittelgeschäften waren die Regale leer, da die Unterbrechung der Nachschublinien zu Panikkäufen führten. Horgan rief die Bürger dazu auf, keine Vorräte anzulegen: ""Sie brauchen keine 48 Eier. Ein Dutzend reicht, und den Rest können Sie jemand anderem überlassen."

Am Stadtrand von Vancouver wurde das Vieh aus hunderten überschwemmten Farmen geholt. Auf Bildern war zu sehen, wie ein Bauer eine Kuh mit einem Jetski durchs Wasser auf höheres Gelände zog. "Wir haben tausende Tiere, die verendet sind", sagte Lana Popham, Landwirtschaftsministerin von British Columbia.

Horgan machte den Klimawandel für die zunehmenden Naturkatastrophen verantwortlich. Auch mit Blick auf die tödliche Hitzewelle im Sommer warnte er, dass "diese Ereignisse aufgrund der Auswirkungen des von Menschen verursachten Klimawandels an Regelmäßigkeit zunehmen".

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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