Deutsche Tageszeitung - US-Regierung bestellt Corona-Medikament von Pfizer für zehn Millionen Patienten

US-Regierung bestellt Corona-Medikament von Pfizer für zehn Millionen Patienten


US-Regierung bestellt Corona-Medikament von Pfizer für zehn Millionen Patienten
US-Regierung bestellt Corona-Medikament von Pfizer für zehn Millionen Patienten / Foto: ©

Die US-Regierung hat beim Pharmariesen Pfizer eine Großbestellung des noch nicht zugelassenen Corona-Medikaments Paxlovid für zehn Millionen Patienten getätigt. Der Kaufpreis liegt bei knapp 5,3 Milliarden Dollar (4,9 Milliarden Euro), wie das Gesundheitsministerium in Washington und der US-Konzern am Donnerstag mitteilten. Die Bestellung erfolgt vorbehaltlich einer Notfallzulassung für die Pille durch die US-Arzneimittelbehörde FDA, wie beide Seiten klarstellten. Die ersten Packungen sollen dann noch vor Jahresende ausgeliefert werden.

Textgröße ändern:

Der Pfizer-Konzern, der bereits mit dem deutschen Unternehmen Biontech einen Corona-Impfstoff herstellt, hatte in dieser Woche bei der FDA einen Antrag auf eine Notfallzulassung des antiviralen Medikaments gestellt. Paxlovid ist für Corona-Patienten mit einem erhöhten Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs gedacht. Laut einer klinischen Studie senkte die Pille die Gefahr einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes um 89 Prozent.

Patienten sollen das Medikament fünf Tage lang zwei Mal täglich einnehmen. Paxlovid verringert die Fähigkeit des Coronavirus, sich in den Körperzellen zu vermehren, und bremsen damit die Weiterentwicklung der Krankheit Covid-19. Kombiniert wird der neue Wirkstoff mit dem Medikament Ritonavir, das bereits zur Behandlung von HIV-Patienten eingesetzt wird.

Paxlovid und das vom US-Pharmakonzern Merck Sharp & Dohme (MSD) entwickelte Medikament Molnupiravir haben den Vorteil, dass sie einfach zu Hause eingenommen werden können. Andere Mittel wie das antivirale Medikament Remdesivir müssen dagegen intravenös und damit in einem Krankenhaus verabreicht werden.

US-Präsident Joe Biden bezeichnete die Paxlovid-Bestellung als "gute Nachrichten": "Diese Behandlung könnte sich als ein weiteres zentrales Instrument in unserem Arsenal erweisen, unseren Weg aus der Pandemie zu beschleunigen." Biden betonte aber erneut, Impfungen seien der beste Schutz gegen das Coronavirus - und rief die Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen: "Warten Sie nicht. Lassen Sie sich heute impfen." Impfungen seien "sicher, kostenlos und leicht verfügbar".

In den USA sind bislang knapp 71 Prozent der Erwachsenen und knapp 59 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Experten halten das für nicht ausreichend - und warnen vor einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen im Winter. In den USA gibt es viele Impfskeptiker und Impfgegner.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Prozess gegen 21 Serben wegen Massaker im Jahr 1999 im Kosovo eröffnet

Mehr als 27 Jahre nach dem Massaker von Recak im Kosovo hat am Freitag in der kosovarischen Hauptstadt Pristina ein Prozess gegen 21 frühere serbische Amtsträger begonnen. Den Angeklagten werden unter anderem Mord, Folter, unmenschliche Behandlung und Vertreibung von Zivilisten nach Albanien vorgeworfen, keiner von ihnen erschien jedoch vor Gericht. Das Massaker von Recak im Januar 1999 hatte entscheidenden Einfluss auf den Verlauf des Kosovo-Kriegs.

Vier Tote nach Lawine in Pakistan geborgen - Auch bekannter Bergsteiger Purja vermisst

Nach einem Lawinenabgang im Norden Pakistans, bei dem mutmaßlich auch der bekannte nepalesisch-britische Bergsteiger Nirmal Purja verschüttet wurde, hat die Polizei vier Tote geborgen. "Vorläufigen Berichten zufolge wurden bislang vier Leichen geborgen", teilte der Polizeisprecher der Region Gilgit-Baltistan am Freitag auf Facebook mit. Der Zustand der weiteren Teilnehmer der zehnköpfigen Gruppe müsse erst noch überprüft werden, hieß es demnach weiter.

Gema gewinnt vor Gericht gegen KI-Musikgenerator Suno

Die Verwertungsgesellschaft Gema hat einen Rechtsstreit gegen den KI-betriebenen Musikgenerator Suno gewonnen. Das Gericht habe "den Ansprüchen auf Unterlassung, Auskunft und Schadensersatz der Gema" gegen Suno "überwiegend stattgegeben", erklärte das Landgericht München I am Freitag. In dem Streit ging es konkret um sechs Songs, zu denen etwa die Musikstücke "Atemlos durch die Nacht", "Daddy Cool" und "Big in Japan" gehören. (Az. 42 O 763/25).

Zwei Mineralölkonzerne ziehen wegen Spritpreisprüfung des Kartellamts vor Gericht

Das Kartellamt will untersuchen, wie die Spritpreise in Deutschland zustandekommen - zwei von zwölf Mineralölkonzernen wollen die dafür nötigen Daten aber nicht herausrücken. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf teilte am Freitag mit, zwei Mineralölkonzerne hätten Beschwerden gegen sogenannte Auskunftsbeschlüsse des Kartellamts eingelegt. Eins der Unternehmen reichte zudem Eilantrag auf Anordnung einer aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ein. Wann darüber entschieden wird, konnte das OLG noch nicht angeben.

Textgröße ändern: