Deutsche Tageszeitung - UNO und Paris fordern von China Beleg für Verbleib von Tennis-Star Peng Shuai

UNO und Paris fordern von China Beleg für Verbleib von Tennis-Star Peng Shuai


UNO und Paris fordern von China Beleg für Verbleib von Tennis-Star Peng Shuai
UNO und Paris fordern von China Beleg für Verbleib von Tennis-Star Peng Shuai / Foto: ©

Die Vereinten Nationen und Frankreich haben China aufgefordert, Angaben zum Verbleib der verschwundenen Tennisspielerin Peng Shuai zu machen. "Es wäre wichtig, einen Beleg für ihren Aufenthaltsort und ihr Wohlbefinden zu haben", sagte die Sprecherin des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Liz Throssell, am Freitag in Genf. Der Verband der Profi-Tennisspielerinnen (WTA) drohte, keine Wettkämpfe mehr in China abzuhalten.

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Peng war aus der Öffentlichkeit verschwunden, nachdem sie einen hochrangigen Funktionär der chinesischen Kommunistischen Partei der Vergewaltigung beschuldigt hatte.

Throssell forderte eine "vollständig transparente" Untersuchung zu den von Peng erhobenen Vorwürfen. Ähnlich äußerte sich das französische Außenministerium: Die Regierung sei besorgt über das Fehlen von Informationen über die Situation der Tennisspielerin. Paris forderte die chinesischen Behörden zudem auf, "ihre Verpflichtungen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen umzusetzen".

Peng hatte vor zwei Wochen im Onlinenetzwerk Weibo Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren chinesischen Vize-Regierungschef Zhang Gaoli erhoben. Der Eintrag wurde schnell wieder gelöscht, seither wurde die 35-jährige frühere Doppel-Weltranglisten-Erste nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen.

Eine angebliche E-Mail hatte die Sorge zuletzt noch wachsen lassen: Der staatliche chinesische Sender CGTN veröffentlichte am Mittwoch im Onlinedienst Twitter einen Screenshot einer E-Mail, die Peng geschrieben haben soll. Darin erklärte sie, dass ihre Missbrauchsvorwürfe "nicht wahr" seien und dass sie sich "zu Hause ausruht und alles in Ordnung ist". Der Verband der Profi-Tennisspielerinnen (WTA) zweifelte die Echtheit der Mail an und drohte, keine Wettkämpfe mehr in China abzuhalten.

Die chinesischen Behörden äußerten sich bislang nicht zu Pengs Verbleib. Auch Zhang Gaoli, der von 2013 bis 2018 offiziell einer der sieben mächtigsten Politiker Chinas war, hat nie öffentlich auf die Anschuldigungen reagiert.

Bei Twitter wurde unter dem Schlagwort "#WhereIsPengShuai" ("Wo ist Peng Shuai?") eine Suchaktion gestartet, die unter anderem von der japanischen Top-Spielerin Naomi Osaka unterstützt wird. Auch die ehemalige Weltranglistenerste Serena Williams zeigte sich "schockiert" über das Verschwinden Pengs.

(A.Stefanowych--DTZ)

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