Deutsche Tageszeitung - Ex-Bluttestunternehmerin Holmes verteidigt sich in Zeugenaussage in Betrugsprozess

Ex-Bluttestunternehmerin Holmes verteidigt sich in Zeugenaussage in Betrugsprozess


Ex-Bluttestunternehmerin Holmes verteidigt sich in Zeugenaussage in Betrugsprozess
Ex-Bluttestunternehmerin Holmes verteidigt sich in Zeugenaussage in Betrugsprozess / Foto: ©

Die wegen Betrugs vor Gericht stehende frühere US-Bluttestunternehmerin Elizabeth Holmes hat sich gegen den von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwurf der Täuschung verteidigt. Um ihr Bluttest-Unternehmen Theranos voranzubringen, habe sie all ihre Ersparnisse eingesetzt und sich auch nach ihrem Studienabbruch intensiv der Forschung gewidmet, sagte die 37-Jährige am Freitag (Ortszeit) vor dem zuständigen Gericht im kalifornischen San José.

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"Ich habe damit begonnen, mit meinen Eltern zu sprechen. Sie haben mir erlaubt, das Geld zu nutzen, das ich für die Uni gespart hatte, um an meinem Patent zu arbeiten. Dann bin ich losgezogen, um Geld zu sammeln oder zu leihen", sagte Holmes über ihre Unternehmensgründung als 19-Jährige im Jahr 2003. Auch, nachdem sie 2004 ihr Studium an der Stanford University abgebrochen habe, habe sie ihre "komplette Zeit" mit der Forschung für ihre Bluttests verbracht.

Diese Darstellung steht der Einschätzung der Staatsanwaltschaft eklatant entgegen, die Holmes vorwirft, Investoren, Ärzte und Patienten mit dem Versprechen einer revolutionären Technologie für schnelle und kostengünstige Bluttests vorsätzlich getäuscht zu haben. Bei einer Verurteilung wegen Betrugs und Verschwörung zum Betrug droht ihr eine langjährige Haftstrafe.

Dass sich die Angeklagte selbst in den Zeugenstand begab, birgt für sie große Risiken. Die Staatsanwaltschaft hat nun die Möglichkeit, mögliche Widersprüche in Holmes Gerichtsaussage gegenüber früheren öffentlichen Erklärungen herauszustellen.

Holmes’ Verteidiger argumentieren, dass ihre Mandantin "Fehler" ohne Vorsatz gemacht habe. Sie habe lediglich versucht, eine Vision umzusetzen, sei aber daran gescheitert.

Der Betrugsprozess gegen Holmes hatte im September begonnen. Seither sagten mehr als zwei Dutzend Zeugen vor Gericht aus.

Die Selfmade-Milliardärin wurde jahrelang als Pionierin gefeiert, für den Verwaltungsrat ihres Unternehmens konnte sie neben Mattis auch Ex-Außenminister Henry Kissinger gewinnen. Auch Medienmogul Rupert Murdoch investierte in ihr Unternehmen. Später wurde jedoch klar, dass ihre Bluttest-Geräte gar nicht funktionieren.

(Y.Leyard--DTZ)

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