Deutsche Tageszeitung - Neue Corona-Variante in Südafrika beunruhigt Wissenschaftler

Neue Corona-Variante in Südafrika beunruhigt Wissenschaftler


Neue Corona-Variante in Südafrika beunruhigt Wissenschaftler
Neue Corona-Variante in Südafrika beunruhigt Wissenschaftler / Foto: ©

Wissenschaftler haben in Südafrika eine neue Variante des Coronavirus nachgewiesen. Die Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 "weist eine sehr hohe Anzahl von Mutationen auf", sagte der Virologe Tulio de Oliveira auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Sie gebe in Südafrika "Anlass zur Sorge". Die Wirksamkeit der Vakzine gegen diese Virusvariante sei noch unklar. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird voraussichtlich am Freitag über B.1.1.529 beraten.

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Bislang sei die Variante auch in Botswana und Hongkong bei Reisenden aus Südafrika entdeckt worden. Gesundheitsminister Joe Phaahla bezeichnete die Variante als "ernsthaft besorgniserregend" und als Ursache für einen "exponentiellen" Anstieg der gemeldeten Fälle in Südafrika. Es handle sich um eine "große Bedrohung".

Laut Wissenschaftlern weist die neue Variante mindestens zehn Mutationen auf - bei der Delta-Variante sind es zum Vergleich nur zwei, bei Beta drei. "Was uns Sorgen bereitet, ist, dass diese Variante nicht nur eine erhöhte Übertragbarkeit haben könnte, sich also effizienter ausbreitet, sondern auch in der Lage sein könnte, Teile des Immunsystems und den Schutz, den wir in unserem Immunsystem haben, zu umgehen", sagte der Experte Richard Lessells.

Die kommenden Tage und Wochen seien entscheidend, um weitere Informationen über die Variante zu erhalten. Die Zahl der täglich gemeldeten Infektionen in Südafrika stieg am Mittwoch auf mehr als 1200. Anfang des Monats waren es noch rund 100 Neuansteckungen. Bislang hat sich die neue Variante laut Experten vor allem unter jungen Menschen ausgebreitet.

Die WHO erklärte, sie beobachte die neue Variante "genau". Am Freitag wird die Organisation voraussichtlich auf einer Sitzung entscheiden, ob B.1.1.529 als Variante "von Interesse" oder als "besorgniserregend" eingestuft werden sollte. "Erste Untersuchungen zeigen, dass diese Variante eine große Anzahl von Mutationen aufweist, die weiter untersucht werden müssen", erklärte die WHO.

Nach Angaben des südafrikanischen Instituts für Infektionskrankheiten (NICD) stieg die Zahl der Fälle in Südafrika, bei denen die Variante nachgewiesen wurde, in drei Provinzen besonders stark an - darunter Gauteng, wo sich die Städte Johannesburg und Pretoria befinden. An einer Hochschule in Pretoria sei kürzlich ein Cluster festgestellt worden.

In Südafrika war vergangenes Jahr bereits die Beta-Variante des Virus entdeckt worden. Südafrika ist mit rund 2,95 Millionen Corona-Fällen und mehr als 89.600 Toten das am schwersten betroffene Land in Afrika. Die Impfkampagne ist dort nur schleppend angelaufen, 41 Prozent der Bürger haben bislang eine Dosis erhalten, 35 Prozent sind vollständig geimpft.

(Y.Leyard--DTZ)

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