Deutsche Tageszeitung - Omikron-Variante breitet sich weltweit aus - Verdachtsfall in Hessen bestätigt

Omikron-Variante breitet sich weltweit aus - Verdachtsfall in Hessen bestätigt


Omikron-Variante breitet sich weltweit aus - Verdachtsfall in Hessen bestätigt
Omikron-Variante breitet sich weltweit aus - Verdachtsfall in Hessen bestätigt / Foto: ©

Die neue Coronavirus-Variante Omikron breitet sich weiter aus und versetzt Regierungen weltweit in Alarmbereitschaft: In den Niederlanden wurden am Sonntag nach Behördenangaben mindestens 13 Fälle der neuen Variante bei Reiserückkehrern aus Südafrika nachgewiesen. Auch ein Verdachtsfall in Hessen wurde als Omikron-Infektion bestätigt. Großbritannien verschärfte seine Einreiseregeln für alle, Israel schließt ab Sonntagabend seine Grenzen für Ausländer ganz.

Textgröße ändern:

In Deutschland wurden bislang drei Omikron-Fälle gemeldet. Das hessische Sozialministerium bestätigte am Sonntag nach einer vollständigen Sequenzierung, dass es sich bei einem Verdachtsfall um eine Omikron-Infektion handelt. Der vollständig geimpfte Reiserückkehrer war bereits vor einer Woche aus Südafrika über den Flughafen Frankfurt eingereist.

Bayern meldete zudem zwei hochgradige Verdachtsfälle. Die zwei am Mittwoch über den Flughafen München eingereisten Passagiere befinden sich nach einem positiven PCR-Test in häuslicher Isolation, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Samstagabend mitteilte. Eine Vollgenomsequenzierung soll Gewissheit bringen, ob es sich um die Omikron-Variante handelt.

In den Niederlanden wurden am Sonntag die ersten Testergebnisse von 61 positiv auf das Coronavirus getesteten Reisenden aus Südafrika bekannt: Mindestens 13 von ihnen hätten sich mit der Omikron-Variante infiziert, teilten die niederländischen Gesundheitsbehörden mit.

Die Auswertung der Tests sei aber noch nicht abgeschlossen, weitere Fälle seien möglich. Insgesamt waren rund 600 Südafrika-Rückkehrer, die am Freitag mit zwei Maschinen am Amsterdamer Flughafen eingetroffen waren, getestet worden.

In einer ganzen Reihe weiterer Länder wurde die neue Variante inzwischen ebenfalls nachgewiesen. In Australien wurden zwei vollständig geimpfte Flugpassagiere aus Südafrika positiv auf die Omikron-Variante getestet, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Auch in Dänemark wurde die Variante bei zwei Reisenden aus Südafrika nachgewiesen.

In Tschechien bestätigte ein Krankenhaus die Infektion einer aus Namibia eingereisten Patientin mit der neuen Variante. Aus Österreich wurde ein erster Verdachtsfall gemeldet. In Großbritannien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwei miteinander in Verbindung stehende Omikron-Fälle entdeckt.

Zahlreiche Länder, darunter auch Deutschland und weitere Mitgliedstaaten der EU, haben den Flugverkehr mit Südafrika und weiteren Ländern der Region beschränkt. Großbritannien und Israel gingen noch einen Schritt weiter und verschärften ihre generellen Einreiseregelungen.

Wie die britische Regierung ankündigte, müssen ab Dienstag alle Einreisenden zwei Tage nach ihrer Ankunft in Großbritannien einen PCR-Test machen und sich bis zur Vorlage des Ergebnisses isolieren.

Israel wird seine Grenzen ab Sonntagabend erneut komplett für Ausländer schließen. Ausnahmen müssten von einem Sonderkomitee genehmigt werden, teilte das Büro von Ministerpräsident Naftali Bennett mit. In Israel wurde bislang ein Omikron-Fall bei einem Rückkehrer aus Malawi bestätigt.

Die neue Coronavirus-Variante mit der Bezeichnung Omikron war am Donnerstag erstmals aus Südafrika gemeldet worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Variante als "besorgniserregend" ein. Nach Angaben der WHO wird es jedoch mehrere Wochen dauern, bis Erkenntnisse über eine mögliche größere Übertragbarkeit oder eine reduzierte Wirksamkeit der Impfstoffe vorliegen.

Der südafrikanischen Ärztin Angelique Coetzee zufolge deutet vieles auf einen leichteren Krankheitsverlauf bei der neuen Variante hin. Dutzende ihrer Patienten wiesen zwar ungewöhnliche, aber milde Symptome auf, sagte Coetzee, die auch Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands ist, der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. Bei den meisten der rund 30 Patienten handele es sich um Männer unter 40 Jahren, die unter "extremer Müdigkeit" litten.

Die US-Regierung lobte unterdessen Südafrika für seine "Transparenz" gegenüber dem Rest der Welt seit der Entdeckung der Omikron-Variante. Südafrikas Regierung hatte zuvor die von vielen Ländern beschlossenen Reiseverbote für Südafrikaner beklagt. Sie liefen darauf hinaus, dass Südafrika für seine Transparenz und seine Fähigkeit, neue Varianten schneller zu erkennen, bestraft werde.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Exfreundin mit Hammer und Rohrzange erschlagen: Lebenslange Haft in Bad Kreuznach

Weil er seine frühere Partnerin mit einem Hammer und einer Rohrzange ermordet haben soll, ist ein 70-Jähriger vom Landgericht Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Angeklagte wurde wegen Mordes schuldig gesprochen, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte. Außerdem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest.

Unbekannte werfen Brandsatz auf Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Hellersdorf

Unbekannte haben in Berlin einen Brandsatz auf eine Flüchtlingsunterkunft geworfen. Ein Bewohner der Einrichtung im Stadtteil Hellersdorf bemerkte am späten Montagabend Flammen an der Hausfassade, wie die Polizei am Dienstag in der Bundeshauptstadt mitteilte. Der Sicherheitsdienst löschte das Feuer und alarmierte die Polizei. Verletzt wurde niemand.

Dutzende Verletzte bei Erdbeben der Stärke 7,1 im Südwesten Japans

Ein schweres Erdbeben hat am Dienstag den Südwesten Japans erschüttert. In Folge des Bebens der Stärke 7,1 mussten dem Sender NHK zufolge mindestens 50 Menschen in Krankenhäuser gebracht werden. Außerdem seien zwölf Häuser eingestürzt und hätten teilweise Menschen unter sich begraben. Zuvor hatte Japans Regierungschefin Sanae Takaichi über zerstörte Straßen und Brücken berichtet. Das komplette Ausmaß der Schäden müsse aber noch ermittelt werden.

Nach Tötung von Geschäftsmann in Bayern: Weiterer Tatverdächtiger festgenommen

Nach der Tötung eines 51-jährigen Geschäftsmanns in München ist ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen worden. Ermittler verhafteten den 50-Jährigen am Montag in Garmisch-Partenkirchen, wo er auch seinen Wohnsitz hat, wie das Polizeipräsidium München am Dienstag mitteilte. Welche Rolle er in dem Mordfall gespielt haben könnte, blieb zunächst unklar.

Textgröße ändern: