Deutsche Tageszeitung - Biontech/Pfizer: Impfstoff weniger wirksam gegen Omikron

Biontech/Pfizer: Impfstoff weniger wirksam gegen Omikron


Biontech/Pfizer: Impfstoff weniger wirksam gegen Omikron
Biontech/Pfizer: Impfstoff weniger wirksam gegen Omikron / Foto: ©

Der Impfstoff von Pfizer und Biontech weist nach Angaben der beiden Hersteller eine geringere Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante des Coronavirus auf. Für einen umfänglichen Schutz seien drei Dosen des Mittels nötig, erklärten die Unternehmen am Mittwoch unter Verweis auf Ergebnisse einer eigenen Labor-Studie. Bei zwei Impfungen sei aber zumindest ein Schutz vor schweren Krankheitsverläufen gewährleistet. Ähnlich hatten sich zuvor auch der WHO-Experte Michael Ryan und ein südafrikanischer Forscher geäußert.

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"Die vorläufigen Daten weisen darauf hin, dass eine dritte Dosis ein ähnliches Niveau an neutralisierenden Antikörpern gegen Omikron hervorruft, wie es nach zwei Dosen gegen den Wildtyp und andere Varianten, die vor Omikron auftraten, beobachtet wurde", erklärten Pfizer und Biontech.

"Sicherzustellen, dass so viele Menschen wie möglich vollständig mit der zwei-Dosis-Serie und der Auffrischungsimpfung geimpft sind, bleibt die beste Strategie, um die Verbreitung von Covid-19 zu verhindern", sagte Pfizer-Chef Albert Bourla. Biontech-Mitgründer Ugur Sahin rief zu "großflächigen Impf- und Auffrischungskampagnen auf der ganzen Welt" auf, um geschützt "durch den Winter zu kommen".

Pfizer und Biontech rechnen eigenen Angaben zufolge damit, dass sie bis Ende März ein an die Omikron-Variante angepasstes Vakzin herstellen könnten, "sollte eine Anpassung des Impfstoffs für einen höheren sowie langanhaltenderen Schutz notwendig sein".

Die Omikron-Variante war Ende November von Wissenschaftlern in Südafrika entdeckt worden. Seither wurde sie in dutzenden Ländern nachgewiesen, darunter Deutschland. Sie weist 50 Mutationen im Vergleich zu dem ursprünglichen Virus auf, davon 32 am sogenannten Spike-Protein, mit dem das Coronavirus an der Wirtszelle andockt. Die Sorge ist groß, dass Omikron deshalb infektiöser ist als die vorherigen Varianten - und die aktuellen Impfstoffe weniger wirksam sind.

Eine noch nicht überprüften Studie aus Südafrika legt ebenfalls einen reduzierten Impfschutz des Biontech-Mittels gegen die neue Variante nahe. Die Menge an wirksamen Antikörpern gegen Omikron habe bei den Geimpften im Vergleich zu anderen Varianten deutlich abgenommen, heißt es in der Studie des Africa Health Research Institute (Ahri) vom Dienstag. Bei Geimpften, die sich zudem mit dem Virus angesteckt hatten, war der Rückgang allerdings deutlich geringer.

Experten seien sich zudem einig, dass die existierenden Impfstoffe sicheren Schutz vor schweren Krankheitsverläufen und Tod auch bei einer Omikron-Infektion bieten, erklärte Ahri-Exekutivdirektor Willem Hanekom.

"Uns interessiert nicht so sehr, ob man sich mit Omikron neu infizieren kann, sondern ob die Neuinfektionen schwerer oder leichter verlaufen", sagte WHO-Notfalldirektor Ryan der Nachrichtenagentur AFP. Zwar sei Omikron offenbar infektiöser als die anderen Varianten, doch "die vorläufigen Daten deuten nicht darauf hin, dass es sich um eine schwerwiegendere Variante handelt". Er betonte allerdings, dass die Analyse der neuen Variante noch "ganz am Anfang" stehe und weitere Untersuchungen erforderlich seien.

Für "höchst unwahrscheinlich" hält Ryan es, dass die neue Variante den Schutz von Impfstoffen komplett aushebeln könnte. "Wir haben hochwirksame Impfstoffe, die sich bisher gegen alle Varianten als wirksam erwiesen haben, was schwere Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte angeht", sagte er. "Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass dies bei Omikron nicht der Fall sein könnte". Er betonte, "die beste Waffe, die wir derzeit haben, ist die Impfung".

(W.Budayev--DTZ)

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