Deutsche Tageszeitung - Angeblicher Aufruf zu Schusswaffengewalt an US-Schulen auf Tiktok

Angeblicher Aufruf zu Schusswaffengewalt an US-Schulen auf Tiktok


Angeblicher Aufruf zu Schusswaffengewalt an US-Schulen auf Tiktok
Angeblicher Aufruf zu Schusswaffengewalt an US-Schulen auf Tiktok / Foto: ©

Ein angeblicher Aufruf zu Schusswaffenangriffen an US-Schulen auf der Videoplattform Tiktok hat Behörden alarmiert und die Bundespolizei FBI auf den Plan gerufen. Das US-Heimatschutzministerium erklärte zwar, es gebe keine Hinweise für "spezifische, glaubwürdige Bedrohungen" für Schulen am Freitag. Zahlreiche Schulen im Land schickten aber E-Mails an Eltern, die Polizei verstärkte ihre Streifen. Erst Ende November hatte ein 15-Jähriger an einer Schule im Bundesstaat Michigan vier Mitschüler erschossen.

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"Es zirkulieren Informationen, dass heute ein Tag von Angriffen an Schulen sein könnte", schrieb eine Schule in der Hauptstadt Washington am Freitag an Eltern. "Die Verwaltung und die Polizei sind darüber informiert und beobachten die Lage." Ein Schulbezirk im Bundesstaat Pennsylvania informierte Eltern darüber, dass die Polizeipräsenz an Schulgebäuden erhöht werde, auch wenn die "Bedrohung" nicht als "glaubwürdig" eingestuft werde.

Das FBI prüfte den Fall. "Das FBI nimmt alle potenziellen Drohungen ernst. Wir arbeiten regelmäßig mit unseren Polizeipartnern zusammen, um die Glaubwürdigkeit von Drohungen festzustellen."

Auch Tiktok reagierte. "Wir behandeln selbst auf Gerüchten basierende Bedrohungen mit der größten Ernsthaftigkeit", erklärte die insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebte Videoplattform. "Deswegen arbeiten wir mit der Polizei bei der Untersuchung von Warnungen vor möglicher Gewalt an Schulen zusammen."

Gleichwohl gebe es keine Hinweise, dass solche Drohungen von der Plattform stammten oder auf Tiktok verbreitet würden: "Wir haben eingehend nach Inhalten gesucht, die für Gewalt an Schulen heute werben, aber wir haben immer noch nichts gefunden", schrieb Tiktok im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Was wir finden sind Videos, in denen über dieses Gerücht gesprochen wird."

Tiktok ist immer wieder für riskante und schädliche Challenges von Nutzern in die Kritik geraten. So gab es in diesem Jahr ein Video, das zu Vandalismus in den Toiletten von Schulen aufrief. Tiktok erklärte damals, entsprechende Videos von der Plattform zu verbannen.

Die nach einer tödlichen Schusswaffenattacke an einer Grundschule im Bundesstaat Connecticut im Jahr 2012 gegründete Gruppe Sandy Hook Promise erklärte nun, ein "landesweiter Tiktok-Challenge" rufe zu Schusswaffengewalt an Schulen am Freitag auf. "Waffengewalt ist kein Thema für Witze oder Streiche", erklärte die Gruppe. "Alle Drohungen müssen ernstgenommen werden."

(O.Tatarinov--DTZ)

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