Deutsche Tageszeitung - Ex-Polizistin schildert vor US-Gericht "Chaos" vor Tod von Afroamerikaner

Ex-Polizistin schildert vor US-Gericht "Chaos" vor Tod von Afroamerikaner


Ex-Polizistin schildert vor US-Gericht "Chaos" vor Tod von Afroamerikaner
Ex-Polizistin schildert vor US-Gericht "Chaos" vor Tod von Afroamerikaner / Foto: ©

Eine ehemalige US-Polizeibeamtin hat die Tötung eines jungen Afroamerikaners bei einer Verkehrskontrolle vor Gericht als Unfall dargestellt. Bei einer Rangelei habe sie ihre Schusswaffe statt wie beabsichtigt die Elektroschockpistole abgefeuert, berichtete Kim Potter am Freitag über den Vorfall im April in Brooklyn Center nahe Minneapolis, bei dem der 20-jährige Daunte Wright ums Leben kam. Der polizeilich gesuchte Wright habe demnach versucht, sich der Festnahme zu widersetzen.

Textgröße ändern:

"Wir versuchten, ihn davon abzuhalten, wegzufahren", berichtete Potter über die "chaotische" Szene. "Ich erinnere mich, dass ich ’Taser Taser Taser’ schrie", sagte sie. "Dann sagte er mir, ich hätte ihn angeschossen", berichtete Potter und brach in Tränen aus. "An vieles danach kann ich mich nicht mehr erinnern".

Vor der Verkehrskontrolle war die weiße Polizistin mit einem Kollegen auf Streife. Wegen eines kleinen Verkehrsdelikts beschlossen die beiden, Wright zu überprüfen. Dabei stellten sie fest, dass ein Haftbefehl gegen den jungen Fahrer vorlag. Potter beschrieb dies als eine potenziell gefährliche Situation. "Manchmal befinden sich Waffen im Auto. Manchmal gibt es unkooperative Leute, man weiß nicht, wen man anhält", sagte die 49-Jährige dem Gericht.

Wright, der unbewaffnet war, wehrte sich gegen das Anlegen von Handschellen. Er startete seinen Wagen, um zu fliehen. Daraufhin zog Potter einen Gegenstand, den sie für ihren Taser hielt. Auf Aufnahmen ihrer Körperkamera ist zu hören, wie Potter mehrmals "Taser" ruft, bevor sie mit ihrer Waffe schießt und Wright tödlich verletzt.

Wrights Tod löste in Brooklyn Center Proteste gegen Polizeigewalt aus. Dabei kam es auch zu Ausschreitungen, bei denen dutzende Menschen festgenommen wurden. Brooklyn Center liegt nördlich von Minneapolis, wo im Mai 2020 der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden war.

Potters Anwalt, Paul Engh, argumentierte, Wrights Tod sei auf menschliches Versagen und den Stress zurückzuführen, unter dem seine Mandantin stand. Sie habe versucht, einen Kollegen zu schützen, als Wright versuchte, davonzufahren. Für Staatsanwältin Erin Eldridge jedoch starb Wright aufgrund von Potters fahrlässigem Umgang mit ihrer Waffe. Ben Crump, der Anwalt von Wrights Familie, erklärte, dass Potters Aussage zeige, dass "der Tod von Daunte Wright durch Potters Hand absolut vermeidbar war".

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Weltkriegsbomben in Hannover entschärft: 17.500 Anwohner vorübergehend evakuiert

In Hannover sind zwei Weltkriegsbomben erfolgreich entschärft worden. Rund 17.500 Menschen mussten deswegen am Sonntag vorübergehend ihre Häuser und Wohnungen im Stadtteil Misburg-Nord verlassen, wie die Behörden in der niedersächsischen Landeshauptstadt mitteilten. Am frühen Abend gab die Stadt Entwarnung, die Bewohner konnten in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren.

Feuer auf Campingplatz am Gardasee - Vier Feuerwehrleute aus Hessen helfen löschen

Im Urlaub in Norditalien haben vier Feuerwehrleute aus Hessen ihre ständige Einsatzbereitschaft bewiesen: Sie halfen am Sonntag beim Löschen eines großen Feuers auf einem Campingplatz am Gardasee. Örtliche Feuerwehr und Behörden machten unterschiedliche Angaben zur Zahl der Verletzten.

Kleinflugzeug in Baden-Württemberg abgestürzt: Zwei Tote

Beim Absturz eines Kleinflugzeuges sind in Baden-Württemberg zwei Menschen ums Leben gekommen. Das Flugzeug stürzte nach Angaben einer Sprecherin des Polizeipräsidiums Heilbronn am Sonntag in nahe eines kleinen Flugplatzes gelegene Weinberge bei Gundelsheim und ging in Flammen auf.

"Ein Held für die ganze Welt": Netanjahu lädt Piloten des Flydubai-Flugs zu Nationalfeiertag ein

"Sie sind ein Held für die ganze Welt": Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den indischen Piloten der Flydubai-Maschine für seine Rolle bei der Vereitelung eines mutmaßlichen Anschlags gerühmt. Auch trug er dem Piloten des vorwiegend mit israelischen Passagieren besetzten Flugzeugs eine außergewöhnliche Ehre an: Smit Machchhar solle im kommenden Mai die Fackel zum israelischen Nationalfeiertag entzünden, sagte Netanjahu in einem am Samstag veröffentlichten Video.

Textgröße ändern: