Deutsche Tageszeitung - Französische Armee ermittelt nach Geländefahrt von Soldaten nahe Migrantenlager

Französische Armee ermittelt nach Geländefahrt von Soldaten nahe Migrantenlager


Französische Armee ermittelt nach Geländefahrt von Soldaten nahe Migrantenlager
Französische Armee ermittelt nach Geländefahrt von Soldaten nahe Migrantenlager / Foto: ©

Eine rücksichtslose Fahrt französischer Soldaten in einem Geländewagen in der Nähe eines Migrantenlagers in Calais hat in Frankreich Empörung ausgelöst. Die Armee kündigte nach der Veröffentlichung eines Videos der Aktion am Sonntagabend Ermittlungen an. "Eine inakzeptable Szene", hieß es auf dem Twitterkonto des Heeres.

Textgröße ändern:

Ein Fotoreporter hatte zuvor ein Video veröffentlicht, das einen Geländewagen der Armee zeigt, der im Rückwärtsgang wilde Kurven fährt. Im Hintergrund sind Migranten und ihre notdürftig mit Planen geschützten Zelte zu sehen.

Das Video zeigt auch, wie das Auto schließlich in einer Schlammpfütze stecken bleibt. "Die Soldaten sind mit ihren Waffen ausgestiegen (...) und haben etwas betreten die Migranten gefragt, ob sie Schaufeln hätten", berichtete der Fotoreporter Louis Witter der Nachrichtenagentur AFP.

Das Fahrzeug sei schließlich mit Hilfe eines Militärlastwagens und mehrerer Migranten aus dem Schlammloch herausgezogen worden, sagte Witter. Das Fahrzeug gehört zur "Mission Vigipirate", die zum Schutz gegen Attentate im Inland im Einsatz ist.

Der Fahrer des Wagen habe sich "vollkommen inakzeptabel verhalten", hieß es in einer Stellungnahme des Generalstabs. "Sobald die Verantwortlichkeiten feststehen, wird über angemessene Sanktionen entschieden."

In Calais halten sich zahlreiche Migranten auf, die auf eine Überfahrt nach England hoffen. Die Polizei räumt regelmäßig die Lager, um die Bildung von größeren Ansammlungen zu verhindern. Bei der gefährlichen Überfahrt über den Ärmelkanal kommt es häufig zu Unglücken. Beim schlimmsten Unglück in diesem Jahr starben 27 Migranten.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Schülerproteste in Frankreich: Mehr als 5000 Festnahmen seit Montag

Bei den landesweiten Schülerprotesten in Frankreich sind nach Angaben der Regierung seit Montag mehr als 5000 Menschen festgenommen worden. Innenminister Laurent Nuñez sagte am Freitagabend im Sender TF1, allein am Freitag habe es 1747 Festnahmen gegeben. "Es gab Ausschreitungen in der Nähe von 158 Einrichtungen: Wurfgeschosse, Angriffe auf Ordnungskräfte, Lehrkräfte, Journalisten, Passanten."

Nach Angriff auf SPD-Politiker Ecke in Dresden: Drei Angeklagte kommen vor Gericht

Knapp drei Jahre nach dem Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke in Dresden kommen drei Tatverdächtige vor Gericht. Das Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zu, wie es am Freitag mitteilte. Ecke war im Mai 2024 beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen und dabei so schwer verletzt worden, dass er operiert werden musste.

Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen

Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.

Bayern: Mehr als sechs Jahre Haft für Syrer wegen Einschleusens von Ausländern

Wegen der mehrfachen Schleusung von illegalen Einwanderern ist ein 32-jähriger Syrer in Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Traunstein sprach ihn unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. In das Strafmaß wurde auch ein Urteil vom April mit einbezogen.

Textgröße ändern: