Deutsche Tageszeitung - Mehr als 700.000 Menschen besuchen Musikfestival in Saudi-Arabien

Mehr als 700.000 Menschen besuchen Musikfestival in Saudi-Arabien


Mehr als 700.000 Menschen besuchen Musikfestival in Saudi-Arabien
Mehr als 700.000 Menschen besuchen Musikfestival in Saudi-Arabien / Foto: ©

In Saudi-Arabien haben trotz der Corona-Pandemie mehr als 700.000 Menschen ein Musikfestival besucht. Wie die Behörden des Königreichs am Montag nach Ende der viertägigen Veranstaltung mitteilten, wurden bis Sonntag insgesamt 732.000 Besucher gezählt. Damit sei das Festival MDLBeast Soundstorm, bei dem trotz Boykottaufrufen auch internationale Stars wie der französische DJ David Guetta auftraten, "eines der größten Musikfestivals weltweit", erklärte der Chef der saudiarabischen Unterhaltungsbehörde, Turki al-Scheich.

Textgröße ändern:

Das Festival, das zum ersten Mal 2019 stattfand, wird vor allem von jungen Männern und Frauen besucht, die dort zusammen feiern und zu westlicher Musik tanzen können. "So etwas haben wir in Riad noch nie erlebt: Menschenmassen, Musik, VIP-Räume und für das Königreich unkonventionelle Kleidung", sagte eine Festival-Besucherin der Nachrichtenagentur AFP.

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman versucht seit 2017, eine gesellschaftliche Öffnung des erzkonservativen Königreichs anzustoßen - auch um Touristen anzulocken. So wurden das jahrzehntelange Fahrverbot für Frauen abgeschafft und Konzerte mit Frauen und Männern im Publikum erlaubt. Allerdings wurden die Reformen von einem harten Vorgehen gegen Regierungskritiker begleitet, darunter auch Frauenrechtlerinnen.

Menschenrechtsorganisationen werfen dem Königreich vor, große Sport- und Kulturveranstaltungen zu nutzen, um sein schlechtes Image aufzupolieren. Im November war der kanadische Popstar Justin Bieber in die Kritik geraten, weil er bei einem Formel-Eins-Rennen in Saudi-Arabien aufgetreten war. Human Rights Watch erklärte damals, das Königreich nutze das Sportereignis, um "von weit verbreiteten Menschenrechtsverletzungen abzulenken".

Vor dem Soundstorm-Festival hatte sich die Menschenrechtsorganisation erneut zu Wort gemeldet. Sie forderte die Künstlerinnen und Künstler auf, sich bei ihren Auftritten zu den Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien zu äußern oder gar nicht dort aufzutreten.

Trotz wieder steigender Infektionszahlen gibt es in Saudi-Arabien derzeit kaum noch Corona-Beschränkungen. Auch die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus wurde in dem Golfstaat schon nachgewiesen.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Schülerproteste in Frankreich: Mehr als 5000 Festnahmen seit Montag

Bei den landesweiten Schülerprotesten in Frankreich sind nach Angaben der Regierung seit Montag mehr als 5000 Menschen festgenommen worden. Innenminister Laurent Nuñez sagte am Freitagabend im Sender TF1, allein am Freitag habe es 1747 Festnahmen gegeben. "Es gab Ausschreitungen in der Nähe von 158 Einrichtungen: Wurfgeschosse, Angriffe auf Ordnungskräfte, Lehrkräfte, Journalisten, Passanten."

Nach Angriff auf SPD-Politiker Ecke in Dresden: Drei Angeklagte kommen vor Gericht

Knapp drei Jahre nach dem Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke in Dresden kommen drei Tatverdächtige vor Gericht. Das Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zu, wie es am Freitag mitteilte. Ecke war im Mai 2024 beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen und dabei so schwer verletzt worden, dass er operiert werden musste.

Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen

Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.

Bayern: Mehr als sechs Jahre Haft für Syrer wegen Einschleusens von Ausländern

Wegen der mehrfachen Schleusung von illegalen Einwanderern ist ein 32-jähriger Syrer in Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Traunstein sprach ihn unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. In das Strafmaß wurde auch ein Urteil vom April mit einbezogen.

Textgröße ändern: