Deutsche Tageszeitung - Gesundheitsexperten kritisieren "Unwissenheit" bei Pandemie-Daten zum Jahresende

Gesundheitsexperten kritisieren "Unwissenheit" bei Pandemie-Daten zum Jahresende


Gesundheitsexperten kritisieren "Unwissenheit" bei Pandemie-Daten zum Jahresende
Gesundheitsexperten kritisieren "Unwissenheit" bei Pandemie-Daten zum Jahresende / Foto: ©

Gesundheitsexperten haben vor dem Hintergrund der Bund-Länder-Konferenz am 7. Januar die lückenhafte Erfassung der Corona-Infektionszahlen am Jahresende kritisiert. "Es ist mir vollkommen unverständlich, warum wir nach wie vor an jedem Wochenende eine unklare Datenlage haben, wie auch an Feiertagen", sagte der Präsident des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, der "Welt" (Freitagsausgabe). "Mit Blick auf Omikron hätten wir uns auch hier anders aufstellen müssen."

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"Wir sind nicht auf der Höhe der Zeit", sagte Montgomery weiter. "Die Daten, die wir in den nächsten Wochen bekommen werden, dürften unterschiedlichsten Interpretationen Tür und Tor öffnen. Darunter sicher viele falsche."

Auch der Medizinstatistiker Bertram Häussler kritisierte, dass Deutschland am Donnerstag "die letzten validen Daten" bekommen habe, "bevor das Land für drei Wochen in der Unwissenheit versinkt". Aufgrund der weitgehend zurückgefahrenen Aktivitäten im Gesundheitswesen und teilweise auch in den Gesundheitsämtern würden die gemeldeten Fallzahlen in diesem Jahr erneut scheinbar stark zurückgehen, sagte Häussler der "Welt".

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Tino Sorge (CDU), kritisierte: "Auch nach zwei Jahren ist die Corona-Datenlage miserabel". Erneut würde sich Deutschland über den Jahreswechsel in "trügerischer Sicherheit" wiegen. Und mit "großer Meldeverzögerung" würden dann im Januar wieder "wochenalte Daten eintreffen". Das Problem sei: "Omikron macht keine Weihnachtspause."

Das Robert-Koch-Institut hat bereits davor gewarnt, dass wegen der reduzierten Tests während der Feiertage die tatsächliche Ausbreitung des Coronavirus nicht in den aktuellen Inzidenzzahlen widergespiegelt werden könnte. Die Bund-Länder-Konferenz hatte zuletzt zwar bereits strengere Kontaktbeschränkungen ab dem 28. Dezember erlassen - ein genereller Lockdown sowie eine allgemeine Impfpflicht sind allerdings nicht vom Tisch und hängen nach Aussagen von Spitzenpolitikern davon ab, wie sich das Pandemiegeschehen in den kommenden Wochen entwickelt.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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