Deutsche Tageszeitung - Rheinland-pfälzisches Gericht verbietet Bau von Atombunker als Wochenendhaus

Rheinland-pfälzisches Gericht verbietet Bau von Atombunker als Wochenendhaus


Rheinland-pfälzisches Gericht verbietet Bau von Atombunker als Wochenendhaus
Rheinland-pfälzisches Gericht verbietet Bau von Atombunker als Wochenendhaus / Foto: © AFP/Archiv

Das Verwaltungsgericht im rheinland-pfälzischen Trier hat einer Frau verboten, einen Atombunker als Wochenendhaus zu bauen. Der Bau füge sich nicht in die Bebauung der näheren Umgebung ein, teilte das Gericht am Dienstag mit. Das Vorhaben stelle in dem Gebiet einen "städtebaulichen Fremdkörper" dar, denn ein im Wesentlichen unterirdisches und fensterloses Wochenendhaus finde sich in der näheren Umgebung nicht. (Az. 7 K 292/22.TR)

Textgröße ändern:

Die Klägerin wollte ein eingeschossiges, teils unterirdisches Gebäude mit 50 Zentimeter dicken Außenwänden aus Stahlbeton in Konz-Oberemmel bauen lassen. Anschließend sollte das Gelände mit Erde aufgeschüttet werden, sodass nur noch der Eingang zu sehen sein sollte. Den Antrag dazu stellte sie im März 2021.

Die zuständige Bauaufsichtsbehörde lehnte das ab. Dieser Ansicht folgte das Verwaltungsgericht nun. Mit der Nutzung als Wochenendhaus entspreche es zwar dem Nutzungsspektrum des Gebiets um das Gebäude, aber das Vorhaben stelle mit Blick auf die "atyische" Bauausführung einen "städtebaulichen Fremdkörper" dar.

Der Bau könne in seiner Außenwirkung zur Folge haben, dass in dem Gebiet künftig ähnliche Bauwünsche geäußert würden, erklärte das Gericht. Das könne zu "bodenrechtlichen Spannungen" führen, die ein Planungsbedürfnis nach sich zögen.

Dies könne nur durch eine Bauleitplanung der Gemeinde gelöst werden. An der Errichtung privater Schutzräume bestehe zwar ein öffentliches Interesse, dieses könne aber nur in einer Bauleitplanung berücksichtigt werden, erklärte das Gericht.

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

72-Jähriger tötet Mitbewohnerin in Seniorenheim in NRW und verletzt zwei weitere schwer

Ein 72-Jähriger hat in einem Seniorenheim in Nordrhein-Westfalen eine 86-jährige Mitbewohnerin getötet. Der Mann habe am Freitagabend in der Cafeteria der Einrichtung in der Kleinstadt Olfen im Münsterland mit einem Messer auf drei Frauen eingestochen, teilten die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Münster mit. Die 86-Jährige erlag demnach am Tatort ihren Verletzungen.

Nach nur einer Woche: Trumps Pressesprecherin Zacharia muss gehen

Debakel für US-Präsident Donald Trump: Seine neue Pressesprecherin Katie Zacharia muss nur eine Woche nach ihrer Ernennung gehen. Trump sagte am Freitag in Washington, er habe Zacharia geraten, ihren Verbleib auf dem Posten zu "überdenken". Ein Mitarbeiter des Weißen Haus bestätigte danach auf AFP-Anfrage, dass sie ausscheidet. Die Juristin war wegen Falschangaben zu ihrem Lebenslauf unter Druck geraten.

Nach mutmaßlicher Prügelei: US-Rapper Sean "Diddy" Combs in kleineres Gefängnis verlegt

Der wegen Sexualstraftaten inhaftierte US-Rapper Sean "Diddy" Combs ist nach einer mutmaßlichen gewalttätigen Auseinandersetzung mit einem Mithäftling in ein kleineres Gefängnis verlegt worden. Der 56-Jährige wurde aus der Haftanstalt Fort Dix in New Jersey ins Allenwood Low Gefängnis im benachbarten Bundesstaat Pennsylvania verlegt, wie eine Sprecherin der US-Strafvollzugsbehörde am Freitag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte.

Papst telefoniert mit Putin und fordert Waffenruhe im ukrainischen Oleschky

Der vor drei Tagen wegen Lungenkrebs operierte Papst Leo XIV. hat vom Krankenhaus aus mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und um eine Waffenruhe in der umkämpften ukrainischen Stadt Oleschky gebeten. Der Papst habe "zu einer Waffenruhe aufgerufen, um die Lieferung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie die freiwillige und sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung zu ermöglichen", teilte der Vatikan am Freitag mit.

Textgröße ändern: