Deutsche Tageszeitung - Prozess wegen verbotener Exporte für russische Chemie- und Atomwaffenprogramme

Prozess wegen verbotener Exporte für russische Chemie- und Atomwaffenprogramme


Prozess wegen verbotener Exporte für russische Chemie- und Atomwaffenprogramme
Prozess wegen verbotener Exporte für russische Chemie- und Atomwaffenprogramme / Foto: © AFP/Archiv

Vor dem Dresdner Oberlandesgericht beginnt am kommenden Dienstag ein Prozess gegen einen deutschen Geschäftsmann wegen der Ausfuhr von Rüstungsgütern für russische Chemie- und Atomwaffenprogramme. Laut Anklage der Bundesanwaltschaft soll der Geschäftsführer einer sächsischen Firma dabei mit einem von einem russischen Geheimdienst betriebenen Tarnfirmennetz zusammengearbeitet haben. Ihm werden Verstöße gegen das Kriegswaffenkontroll- und das Außenwirtschaftsgesetz vorgeworfen, er befindet sich seit Mai vergangenen Jahres in Haft.

Textgröße ändern:

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft geht es um nicht genehmigte Ausfuhren von militärisch nutzbaren Werkzeugmaschinen sowie den Verkauf von Elektronikausrüstung in den Jahren 2017 bis 2020. Der Beschuldigte soll die Güter demnach unter anderem in Asien gekauft und an russische Tarnunternehmen geliefert haben. Die Elektronik ging letztlich an ein russisches Institut, das den Ermittlern zufolge "Erzeugnisse im Kernwaffenbereich" entwickelt und produziert. Es ist deshalb bereits seit 2014 mit einem internationalen Embargo belegt.

Auch Lieferungen der sowohl zivil als auch militärisch nutzbaren Maschinen waren demnach für russische Spezialunternehmen bestimmt, die an Programmen für atomare, chemische und biologische Waffen oder an der dazugehörigen Raketentechnologie arbeiten. Ein derartiger Export wäre nur mit einer Erlaubnis des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erlaubt gewesen. Laut Bundesanwaltschaft lag diese nicht vor, das Amt warnte den Mann sogar. Daraufhin soll er unverfängliche Tarnempfänger gewählt haben.

Dem Beschuldigten wird in dem Staatsschutzverfahren von der Anklage ein "Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz durch den Versuch der Förderung der Herstellung chemischer Waffen vorgeworfen". Zudem geht es um gewerbsmäßige Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz und einen Verstoß gegen ein Verkaufsverbot für Güter im Auftrag eines ausländischen Geheimdiensts.

Der Angeklagte wurde am 18. Mai 2021 bei einer Razzia des Zolls in Leipzig festgenommen und sitzt seither in Haft. Nach früheren Angaben wurden damals dort auch seine Büroräume und seine Wohnanschrift durchsucht. Für den Prozess wurden Termine bis Mitte Juli angesetzt.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Flávio Bolsonaro hat im Falle eines Wahlsiegs keinen Posten für seinen Vater vorgesehen

Der rechtsgerichtete brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro hat für den Fall eines Sieges in der Stichwahl in rund einer Woche keinen Regierungsposten für seinen Vater vorgesehen. "Er hat nie angedeutet, dass er mit mir in der Regierung zusammenarbeiten möchte", sagte der 45-Jährige am Freitag (Ortszeit) dem Sender Globo TV mit Blick auf seinen Vater, den rechtsextremen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Daher gebe es keine entsprechenden Pläne.

Drei Männer wegen Mordes an Surf-Touristen in Mexiko zu je 158 Jahren Haft verurteilt

Zweieinhalb Jahre nach der Ermordung von drei Surf-Touristen aus den USA und Australien sind in Mexiko drei Männer zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Ein Gericht in Ensenada verhängte am Freitag Freiheitsstrafen von je 158 Jahren und neun Monaten gegen die Angeklagten.

Stromausfälle und zerstörte Häuser: Waldbrände in Kalifornien breiten sich aus

Rund um die US-Metropole Los Angeles haben sich mehrere Waldbrände am Freitag weiter ausgebreitet. Südlich von Los Angeles wurden fast 200 Hektar Land zerstört, wie die Feuerwehr von Orange County mitteilte. Mindestens vier Häuser wurden demnach zerstört. Der US-Wetterdienst warnte wegen starken Windes und der niedrigen Luftfeuchtigkeit vor einem "hohen Risiko für Großbrände und eine rasche Ausbreitung" der Flammen rund um Los Angeles.

72-Jähriger tötet Mitbewohnerin in Seniorenheim in NRW und verletzt zwei weitere schwer

Ein 72-Jähriger hat in einem Seniorenheim in Nordrhein-Westfalen eine 86-jährige Mitbewohnerin getötet. Der Mann habe am Freitagabend in der Cafeteria der Einrichtung in der Kleinstadt Olfen im Münsterland mit einem Messer auf drei Frauen eingestochen, teilten die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Münster mit. Die 86-Jährige erlag demnach am Tatort ihren Verletzungen.

Textgröße ändern: