Deutsche Tageszeitung - Festnahme in Fall von verschwundenem britischen Journalisten in Brasilien

Festnahme in Fall von verschwundenem britischen Journalisten in Brasilien


Festnahme in Fall von verschwundenem britischen Journalisten in Brasilien
Festnahme in Fall von verschwundenem britischen Journalisten in Brasilien / Foto: © AFP/Archiv

Die brasilianischen Behörden haben im Zusammenhang mit dem Verschwinden eines britischen Journalisten und eines brasilianischen Experten für indigene Angelegenheiten in einer abgelegenen Region des Amazonas-Regenwaldes einen Verdächtigen festgenommen. Sechs Menschen seien befragt und einer festgenommen worden, sagten Polizei- und Militärvertreter am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Es sei allerdings noch unklar, ob der Verdächtige direkt mit dem Fall in Verbindung stehe.

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Der 57-jährige freie Korrespondent Dom Phillips, der regelmäßig für die britische Zeitung "The Guardian" schreibt, hatte zusammen mit dem Experten Bruno Pereira im Javari-Tal nahe der Grenze zu Peru für ein Buch über Gewalt gegen Indigene recherchiert, als sie am Sonntag verschwanden. Indigenen-Organisation zufolge waren die Männer zuvor bedroht worden.

Den Ermittlern zufolge wurde der Verdächtige bei einer zufälligen Kontrolle festgenommen, er habe Drogen und Patronen für ein Sturmgewehr bei sich getragen. Zeugen gaben demnach an, den Mann gesehen zu haben, wie er das Boot von Phillips und Pereira verfolgte. Aber "wir haben bis jetzt keine Verbindung zwischen ihm und dem Verschwinden hergestellt", sagte der Polizeichef des Bundesstaates Amazonas, Carlos Mansur.

Es würden weiterhin "alle Ermittlungsansätze" verfolgt, sagte der leitende Ermittler Alexandre Fontes. Mord sei nicht auszuschließen, er hoffe aber, die Männer lebend zu finden.

Pereira, der für die Regierungsbehörde für indigene Angelegenheiten (Funai) arbeitet, erhält regelmäßig Drohungen von illegalen Holzfällern und Bergleuten, die versuchen, in das Land isolierter indigener Gruppen einzudringen. Phillips und Pereira wollten indigene Völker in der Nähe einer Funai-Beobachtungsstation befragen und kamen am Freitagabend am Jaburu-See an.

Phillips lebt als freier Journalist in Salvador im Nordosten Brasiliens. Er war bereits 2018 mit Pereira für eine Reportage für den "Guardian" in das Javari-Tal gereist. Die Gegend ist nur schwer zugänglich. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Instituto Socioambiental leben dort rund 6300 Indigene aus 26 verschiedenen Gruppen, 19 von ihnen ohne Kontakt zur Außenwelt.

In den vergangenen Jahren hatte die Gewalt in der Region aufgrund der Anwesenheit von illegalen Bergleuten, Jägern und Fischern zugenommen. Der lokale Funai-Stützpunkt, der zum Schutz und zur Unterstützung der indigenen Bevölkerung eingerichtet wurde, wurde seit Ende 2018 mehrfach angegriffen.

(M.Dylatov--DTZ)

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