Deutsche Tageszeitung - Fünf Migranten bei Ansturm auf spanische Exklave Melilla ums Leben gekommen

Fünf Migranten bei Ansturm auf spanische Exklave Melilla ums Leben gekommen


Fünf Migranten bei Ansturm auf spanische Exklave Melilla ums Leben gekommen
Fünf Migranten bei Ansturm auf spanische Exklave Melilla ums Leben gekommen / Foto: © AFP/Archiv

Rund 2000 Migranten haben am Freitag versucht, von Marokko aus in die spanische Exklave Melilla zu gelangen - dabei kamen fünf Migranten ums Leben und dutzende weitere Menschen wurden verletzt. Wie die Vertretung der spanischen Regierung in Melilla mitteilte, stürmten die Migranten am Morgen auf den Grenzzaun zu. 130 Menschen aus den Staaten südlich der Sahara seien bis in die Exklave vorgedrungen.

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Nach Angaben eines Vertreters der marokkanischen Behörden starben fünf Migranten bei dem Versuch, den Grenzzaun zu überwinden. Einige seien von oberhalb des Zauns herabgestürzt. Er sprach von mehr als 200 Verletzten, unter ihnen 140 Angehörige des Sicherheitspersonals und mehr als 70 Migranten. Von Seiten der spanischen Behörden hieß es, 57 Migranten hätten Verletzungen erlitten. 49 spanische Polizisten seien leicht verletzt worden.

Die Grenzzäune sind mit Stacheldraht, Videokameras und Wachplattformen ausgestattet. Bilder in spanischen Medien zeigten am Freitag Bilder von Migranten, die erschöpft auf dem Gehweg lagen, einige mit blutenden Händen und zerrissener Kleidung. Ceuta und Melilla, welche die einzigen EU-Landgrenzen in Afrika bilden, sind regelmäßig Ziel von Menschen, die sich ein besseres Leben in Europa erhoffen.

In den vergangenen Jahren haben tausende Migranten versucht, die zwölf Kilometer lange Grenze zwischen Melilla und Marokko oder die acht Kilometer lange Grenze zwischen Ceuta und Marokko durch das Überklettern von Zäunen, schwimmend oder in Autos versteckt zu überwinden. Die Migranten nehmen bisweilen Haken und Stöcke zur Hilfe, um den Grenzzaun zu überwinden.

Die spanische Regierung vollzog im März nach langem Streit über Marokkos Westsahara-Politik einen diplomatischen Kurswechsel. Madrid erkannte den marokkanischen Autonomieplan für das umstrittene Gebiet an, der unter anderem vorsieht, der Westsahara eine Autonomie unter marokkanischer Souveränität anzubieten.

Seitdem wurden etwa Fährverbindungen zwischen Spanien und Marokko wieder aufgenommen und Programme zur polizeilichen Zusammenarbeit unter anderem an den spanischen Exklaven gestartet. Vor der Beilegung des Streits hatte es Fälle gegeben, bei denen der marokkanischen Seite vorgeworfen wurde, sie habe die Migranten ungehindert auf Ceuta und Melilla zumarschieren lassen.

(W.Novokshonov--DTZ)

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