Deutsche Tageszeitung - Mindestens fünf Tote bei schwerem Erdbeben auf den Philippinen

Mindestens fünf Tote bei schwerem Erdbeben auf den Philippinen


Mindestens fünf Tote bei schwerem Erdbeben auf den Philippinen
Mindestens fünf Tote bei schwerem Erdbeben auf den Philippinen / Foto: © CJ Ericson Garcia/AFP

Bei einem schweren Erdbeben im Norden der Philippinen sind am Mittwoch mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS erschütterte das Beben der Stärke 7,0 am Morgen die auf der Hauptinsel Luzon gelegene dünn besiedelte Provinz Abra. Es löste dutzende Erdrutsche aus und brachte Gebäude zum Einsturz, mehr als hundert Menschen wurden verletzt. In der mehr als 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Manila schwankten die Hochhäuser.

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Das seismologische Institut der Philippinen verzeichnete knapp 300 schwächere Nachbeben, mehrere von ihnen hatten eine Stärke zwischen 4,7 und 5,2. Es sei zudem nicht ausgeschlossen, "dass sich ein weiteres starkes Erdbeben ereignet", sagte Behördenchef Renato Solidum.

Laut USGS lag das Epizentrum nahe der Erdoberfläche, was in der Regel größeren Schaden anrichtet als tiefere Beben. Nach Angaben der Polizei kamen in Abra und angrenzenden Provinzen mindestens fünf Menschen ums Leben, darunter eine 23-Jährige, die von einer einstürzenden Mauer erschlagen wurde, sowie eine ältere Frau, die beim Spazierengehen von einem Erdrutsch verschüttet wurde.

Laut Innenminister Benjamin Abalos wurden in der gesamten Region knapp 60 Erdrutsche registriert. Hilfskräfte seien im Einsatz, um Straßen wieder freizuräumen, teilte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde mit. Berichte über Schäden an Dämmen gab es demnach zunächst nicht.

"Wir haben starke Erschütterungen gespürt und sind schreiend auf die Straße gerannt", berichtete die Studentin Mira Zapata aus der Gemeinde San Juan, die das Beben mit voller Wucht traf. Viele Häuser seien beschädigt worden. Auch in anderen Gemeinden rannten die Menschen in Panik auf die Straßen. In Manila wurden mehrere Hochhäuser evakuiert.

Aufnahmen in den Online-Netzwerken zeigten Risse im Straßenbelag sowie im Gemäuer zahlreicher Gebäude. In Bangued, der Hauptstadt der Provinz Abra, fielen Strom und Internet aus. In Vigan City in der Provinz Ilocos Sur wurden mehrere Gebäude aus der spanischen Kolonialzeit beschädigt. Der Glockenturm der bei Touristen beliebten Bantay-Kirche stürzte teilweise ein.

Präsident Ferdinand Marcos Jr. rief die Menschen in den Bebengebieten auf, in den Notunterkünften zu bleiben, solange ihre Häuser auf Schäden geprüft werden. Er will die gebirgige Region demnach erst später besuchen, um die Bergungs- und Aufräumarbeiten nicht zu behindern.

Die Philippinen liegen auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, wo tektonische Platten unter der Erdoberfläche zusammenstoßen. Erdbeben und Vulkanausbrüche sind in dem südostasiatischen Land keine Seltenheit.

Im Oktober 2013 waren bei einem Erdbeben der Stärke 7,1 mehr als 200 Menschen gestorben. 1990 löste ein Beben der Stärke 7,8 im Norden der Philippinen einen über hundert Kilometer langen Erdrutsch aus. Mehr als 1200 Menschen kamen damals ums Leben.

(N.Loginovsky--DTZ)

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