Deutsche Tageszeitung - Prozess gegen Maddie-Verdächtigen wegen weiterer Vorwürfe frühestens 2023 möglich

Prozess gegen Maddie-Verdächtigen wegen weiterer Vorwürfe frühestens 2023 möglich


Prozess gegen Maddie-Verdächtigen wegen weiterer Vorwürfe frühestens 2023 möglich
Prozess gegen Maddie-Verdächtigen wegen weiterer Vorwürfe frühestens 2023 möglich / Foto: © AFP/Archiv

Das Landgericht Braunschweig hat den Eingang der Anklage gegen den deutschen Verdächtigen im Fall Maddie wegen weiterer Sexualverbrechen bestätigt. Das Gericht prüft nun, ob die Anklageschrift zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet wird - vor 2023 sei aber nicht mit einem Prozessbeginn zu rechnen, hieß es am Mittwoch. Die Staatsanwaltschaft wirft Christian B. drei schwere Vergewaltigungen und zweifachen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vor.

Textgröße ändern:

Auf den Fall des 2007 verschwundenen britischen Mädchens Maddie bezieht sie sich dabei aber nicht. Madeleine McCann verschwand im Alter von fast vier Jahren 2007 aus einer Ferienanlage in Portugal. Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ermittelt seit mehr als zwei Jahren im Zusammenhang mit dem Verschwinden Maddies gegen B. wegen Mordes. Sie geht nach eigenen Angaben davon aus, dass er das Mädchen tötete.

Bei der aktuellen Anklage, welche die Staatsanwaltschaft am Dienstag veröffentlichte, geht es um Taten, die der heute 45 Jahre alte B. in den Jahren 2000 bis 2017 in Portugal begangen haben soll. Die Opfer waren laut Staatsanwaltschaft Mädchen und Frauen zwischen etwa zehn sowie rund 70 bis 80 Jahren.

Derzeit sitzt der unter anderem wegen schweren Kindesmissbrauchs einschlägig vorbestrafte B. in Niedersachsen eine siebenjährige Gefängnisstrafe wegen Vergewaltigung einer 72-jährigen US-Touristin in Portugal 2005 ab. Er hielt sich laut Behörden früher regelmäßig in dem südeuropäischen Land auf, wo er in Ferienanlagen und Hotels einbrach.

Die Staatsanwaltschaft in Braunschweig ist für ihn zuständig, weil er davor in ihrem Bereich wohnte. Das Landgericht kündigte an, dem Angeschuldigten und seinem Verteidiger nun die Anklageschrift zuzustellen. Danach hätten diese Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern, Einwände gegen die Eröffnung des Hauptverfahrens geltend zu machen oder Beweiserhebungen zu beantragen.

Wenn der Angeschuldigte nach den Ergebnissen des vorbereitenden Verfahrens hinreichend verdächtig sei, Straftaten begangen zu haben, werde das Hauptverfahren beschlossen. Wegen der Arbeitsbelastung der zuständigen Strafkammer sei mit einem möglichen Prozessbeginn aber nicht mehr in diesem Jahr zu rechnen.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Australische Abgeordnete nach mutmaßlichem Angriff weiter in kritischem Zustand

Die bei einem mutmaßlichen Angriff lebensgefährlich verletzte australische Abgeordnete Helen Haines befindet sich nach Regierungsangaben weiter in einem kritischen Zustand. Die 65-Jährige sei operiert worden und sei weiterhin im Krankenhaus, sagte Premierminister Anthony Albanese am Dienstag im Fernsehen. Er habe mit ihrem Mann Phil gesprochen. Die Gedanken "aller Australier" seien bei der Familie und den Freunden der parteilosen Abgeordneten, fügte er hinzu.

Papst Leo XIV. spricht nach Telefonat mit Putin auch mit Selenskyj

Wenige Tage nach seinem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat Papst Leo XIV. am Montag auch mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj gesprochen. "Der Heilige Vater erinnerte an die ernste Lage in der Stadt Oleschky in der Region Cherson und bezog sich auf seine Bitte um eine humanitäre Waffenruhe, die er dem Präsidenten der Russischen Föderation unterbreitet hatte", teilte der Vatikan mit.

Nächtliche Ausgangssperren in Paris und anderen französischen Städten verfügt

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich haben erste Städte nächtliche Ausgangssperren verhängt. Diese sollten unter anderem in einigen Vierteln von Paris von Montagabend 23.00 Uhr bis Dienstagmorgen 6.00 Uhr gelten, wie die Polizeipräfektur der Hauptstadt ankündigte. Bereits ab 20.00 Uhr gelte in den Brennpunkten der Ausschreitungen vom Wochenende ein Demonstrationsverbot.

Erste französische Städte verhängen nächtliche Ausgangssperren

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich haben erste Städte nächtliche Ausgangssperren verhängt. Wie das Büro von Premierminister Sébastien Lecornu mitteilte, gelten diese unter anderem in der nördlichen Großstadt Lille von Montagabend um 20.00 Uhr bis Dienstagmorgen um 6.00 Uhr. Weitere Kommunen in der Region verhängten ähnliche Maßnahmen. Laut Lecornu sollen durch die lokalen Ausgangssperren Geschäfte vor Plünderungen geschützt werden.

Textgröße ändern: