Deutsche Tageszeitung - Grausame Details in Prozess um Doppelmord an Ärzteehepaar aus Mistelbach

Grausame Details in Prozess um Doppelmord an Ärzteehepaar aus Mistelbach


Grausame Details in Prozess um Doppelmord an Ärzteehepaar aus Mistelbach
Grausame Details in Prozess um Doppelmord an Ärzteehepaar aus Mistelbach / Foto: © AFP/Archiv

Zum Auftakt des Prozesses um einen Doppelmord an einem Ärzteehepaar im fränkischen Mistelbach sind vor dem Landgericht Bayreuth grausame Details bekannt geworden. So soll die zusammen mit ihrem Freund wegen Mordes angeklagte älteste Tochter des Paars ihren jüngeren Bruder davon abgehalten haben, den sterbenden Eltern zu helfen, wie aus der am Mittwoch verlesenen Anklage der Staatsanwaltschaft hervorging.

Textgröße ändern:

Wegen des jugendlichen Alters der zur Tatzeit 16 Jahre alten Tochter und deren mit 18 Jahren heranwachsenden Freunds schloss das Gericht nach der Verlesung der Anklage die Öffentlichkeit aus. Diese soll erst wieder zur kurz vor Weihnachten erwarteten Verkündung des Urteils zugelassen werden.

Die Tat vom 9. Januar sorgte weit über die fränkische Gemeinde hinaus für Entsetzen. Von Nachbarn alarmierte Rettungskräfte hatten den 51 Jahre alten Kinderarzt und dessen 47 Jahre alte Frau erstochen im Keller entdeckt. Kurz danach stellte sich der Freund der ältesten Tochter. Sechs Wochen später geriet auch diese als tatverdächtig ins Visier der Ermittler.

Der Anklage der Staatsanwaltschaft zufolge geht die Tat auf einen gemeinsamen Plan des Paars zurück, Motiv war demnach Hass auf die Eltern. Die älteste Tochter soll laut Anklage vier Monate vor der Tat mit ihrem Freund Felix S. zusammengekommen sein, dieser lebte seit November vergangenen Jahres mit im Haushalt der Familie. Dort sei das Verhältnis der ältesten Tochter - die Eltern hatten vier Kinder - zu den Eltern seit längerer Zeit von Streit geprägt gewesen.

"Die Angeschuldigte hasste ihre Eltern und wollte diese tot sehen", erklärten die Ankläger. Nach einem neuerlichen Streit mit ihrem Vater am Tag vor dem Doppelmord habe das junge Pärchen entschieden, dass die Eltern ermordet werden sollten. Sie planten demnach, die Tat wie einen Einbruch aussehen zu lassen.

Zur Umsetzung des Plans habe der Freund der Tochter zunächst das Einfamilienhaus verlassen und sei dann schwarz gekleidet mit Skimaske, Stirnlampe und Messer dorthin zurückgekehrt. In dem im Keller gelegenen Schlafzimmer der Eltern habe er auf den schlafenden Vater vielmals eingestochen.

Der 51-Jährige habe das Bett noch verlassen können und sich zu wehren versucht, er sei aber kurze Zeit später tot zusammengebrochen. Danach habe der Freund die zwischenzeitlich aufgewachte, panisch schreiende Mutter ebenfalls mit einer Vielzahl von Stichen attackiert, auch sie sei an den Verletzungen noch vor Ort gestorben.

Dem gemeinsamen Tatplan folgend habe die älteste Tochter im Obergeschoss ihren durch die Schreie wach gewordenen Bruder davon abgehalten, zu den Eltern zu gehen und zu helfen. Als von dem lautstarken Streit der ältesten Schwester mit dem Bruder auch die Schwester aufgewacht sei, habe sie zusammen mit ihrem Freund die beiden Kinder davon abgehalten, Hilfe zu holen. Einen bereits begonnenen Notruf beendeten sie laut Anklage durch Auflegen, danach nahmen sie den Geschwistern Telefon und Handy ab.

Nach dem Jugendstrafrecht drohen den beiden Angeklagten im Fall einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft. Sieht das Gericht eine besondere Schwere der Schuld, kann das Strafmaß aber auf 15 Jahre heraufgesetzt werden.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Australische Abgeordnete nach mutmaßlichem Angriff weiter in kritischem Zustand

Die bei einem mutmaßlichen Angriff lebensgefährlich verletzte australische Abgeordnete Helen Haines befindet sich nach Regierungsangaben weiter in einem kritischen Zustand. Die 65-Jährige sei operiert worden und sei weiterhin im Krankenhaus, sagte Premierminister Anthony Albanese am Dienstag im Fernsehen. Er habe mit ihrem Mann Phil gesprochen. Die Gedanken "aller Australier" seien bei der Familie und den Freunden der parteilosen Abgeordneten, fügte er hinzu.

Papst Leo XIV. spricht nach Telefonat mit Putin auch mit Selenskyj

Wenige Tage nach seinem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat Papst Leo XIV. am Montag auch mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj gesprochen. "Der Heilige Vater erinnerte an die ernste Lage in der Stadt Oleschky in der Region Cherson und bezog sich auf seine Bitte um eine humanitäre Waffenruhe, die er dem Präsidenten der Russischen Föderation unterbreitet hatte", teilte der Vatikan mit.

Nächtliche Ausgangssperren in Paris und anderen französischen Städten verfügt

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich haben erste Städte nächtliche Ausgangssperren verhängt. Diese sollten unter anderem in einigen Vierteln von Paris von Montagabend 23.00 Uhr bis Dienstagmorgen 6.00 Uhr gelten, wie die Polizeipräfektur der Hauptstadt ankündigte. Bereits ab 20.00 Uhr gelte in den Brennpunkten der Ausschreitungen vom Wochenende ein Demonstrationsverbot.

Erste französische Städte verhängen nächtliche Ausgangssperren

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich haben erste Städte nächtliche Ausgangssperren verhängt. Wie das Büro von Premierminister Sébastien Lecornu mitteilte, gelten diese unter anderem in der nördlichen Großstadt Lille von Montagabend um 20.00 Uhr bis Dienstagmorgen um 6.00 Uhr. Weitere Kommunen in der Region verhängten ähnliche Maßnahmen. Laut Lecornu sollen durch die lokalen Ausgangssperren Geschäfte vor Plünderungen geschützt werden.

Textgröße ändern: