Deutsche Tageszeitung - Amazon droht Sammelklage in Großbritannien wegen Wettbewerbsverzerrung

Amazon droht Sammelklage in Großbritannien wegen Wettbewerbsverzerrung


Amazon droht Sammelklage in Großbritannien wegen Wettbewerbsverzerrung
Amazon droht Sammelklage in Großbritannien wegen Wettbewerbsverzerrung / Foto: © AFP/Archiv

Dem US-Versandhändler Amazon droht in Großbritannien eine Sammelklage wegen wettbewerbschädlichen Verhaltens. Eine Londoner Anwaltskanzlei kündigte am Donnerstag an, die 900 Millionen Pfund (1035 Millionen Euro) schwere Klage bis Ende Oktober beim zuständigen Gericht der britischen Hauptstadt einzureichen. Die Juristen werfen Amazon vor, seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt und Verbrauchern geschadet zu haben.

Textgröße ändern:

Im Detail soll Amazon auf seiner Handelsplattform durch Amazon selbst verkaufte Produkte und solche von Anbietern, die Amazons Logistikdienstleistungen nutzen, bevorzugt behandeln. Andere Verkäufer würden dadurch benachteiligt, dies schade auch dem Verbraucher. Dem US-Riesen sollte es nicht erlaubt sein, "die Regeln zu seinen Gunsten festzulegen und die Verbraucher unfair zu behandeln", erklärte die Verbraucheranwältin Julie Hunter.

Amazon wies die Vorwürfe zurück. "Diese Klage ist unbegründet, und wir sind zuversichtlich, dass dies im Rahmen des Gerichtsverfahrens geklärt werden wird", erklärte ein Konzernsprecher.

Amazon verkauft selbst Produkte auf seinem digitalen Marktplatz und bietet zugleich externen Händlern an, dort ihre Produkte zu platzieren. Im Zusammenhang mit dieser Doppelfunktion geht auch die EU-Kommission seit Längerem wegen des Vorwurfs des Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung gegen den US-Konzern vor.

In der EU werden viele der als problematisch geltenden Praktiken des Versandhändlers im mittlerweile verabschiedeten EU-Gesetz für digitale Märkte (Digital Markets Act - DMA) angegangen. Das Gesetz wird voraussichtlich im Laufe des kommenden Jahres in Kraft treten und verbietet etwa Benachteiligungen externer Anbieter auf Handelsplattformen.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Australische Abgeordnete nach mutmaßlichem Angriff weiter in kritischem Zustand

Die bei einem mutmaßlichen Angriff lebensgefährlich verletzte australische Abgeordnete Helen Haines befindet sich nach Regierungsangaben weiter in einem kritischen Zustand. Die 65-Jährige sei operiert worden und sei weiterhin im Krankenhaus, sagte Premierminister Anthony Albanese am Dienstag im Fernsehen. Er habe mit ihrem Mann Phil gesprochen. Die Gedanken "aller Australier" seien bei der Familie und den Freunden der parteilosen Abgeordneten, fügte er hinzu.

Papst Leo XIV. spricht nach Telefonat mit Putin auch mit Selenskyj

Wenige Tage nach seinem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat Papst Leo XIV. am Montag auch mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj gesprochen. "Der Heilige Vater erinnerte an die ernste Lage in der Stadt Oleschky in der Region Cherson und bezog sich auf seine Bitte um eine humanitäre Waffenruhe, die er dem Präsidenten der Russischen Föderation unterbreitet hatte", teilte der Vatikan mit.

Nächtliche Ausgangssperren in Paris und anderen französischen Städten verfügt

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich haben erste Städte nächtliche Ausgangssperren verhängt. Diese sollten unter anderem in einigen Vierteln von Paris von Montagabend 23.00 Uhr bis Dienstagmorgen 6.00 Uhr gelten, wie die Polizeipräfektur der Hauptstadt ankündigte. Bereits ab 20.00 Uhr gelte in den Brennpunkten der Ausschreitungen vom Wochenende ein Demonstrationsverbot.

Erste französische Städte verhängen nächtliche Ausgangssperren

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich haben erste Städte nächtliche Ausgangssperren verhängt. Wie das Büro von Premierminister Sébastien Lecornu mitteilte, gelten diese unter anderem in der nördlichen Großstadt Lille von Montagabend um 20.00 Uhr bis Dienstagmorgen um 6.00 Uhr. Weitere Kommunen in der Region verhängten ähnliche Maßnahmen. Laut Lecornu sollen durch die lokalen Ausgangssperren Geschäfte vor Plünderungen geschützt werden.

Textgröße ändern: