Deutsche Tageszeitung - China fordert Scholz vor Besuch zu "pragmatischer Zusammenarbeit" auf

China fordert Scholz vor Besuch zu "pragmatischer Zusammenarbeit" auf


China fordert Scholz vor Besuch zu "pragmatischer Zusammenarbeit" auf
China fordert Scholz vor Besuch zu "pragmatischer Zusammenarbeit" auf / Foto: © AFP/Archiv

Die chinesische Regierung hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vor seinem Besuch zur Fortsetzung einer "pragmatischen Zusammenarbeit" beider Länder aufgefordert. "Wir sind Partner, nicht Rivalen", sagte Außenamtssprecher Zhao Lijian am Donnerstag in Peking. Die Zusammenarbeit der vergangenen Jahrzehnte habe gezeigt, "dass die beiden Länder mehr Dinge gemeinsam haben als Differenzen". Kritik zur Lage der muslimischen Minderheit der Uiguren in der Provinz Xinjiang wies der Sprecher entschieden zurück.

Textgröße ändern:

Bundeskanzler Scholz reist am Nachmittag mit einer Wirtschaftsdelegation zu einem eintägigen Besuch nach China ab. Er wird dort am Freitag Präsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang treffen. Scholz hat im Vorfeld angekündigt, er werde in den Gesprächen mit der chinesischen Führung "Kontroversen nicht ausklammern" und auch Streitthemen wie die Lage der Menschenrechte ansprechen.

China freue sich auf einen "erfolgreichen ersten Besuch" von Scholz in seiner Amtszeit als Kanzler, sagte Zhao auf eine Frage der Nachrichtenagentur AFP. Beide Länder profitierten "von der Entwicklung des anderen und pragmatischer Zusammenarbeit". China werde sich weiter für Beziehungen zum "gegenseitigen Nutzen" und für "Win-Win-Ergebnisse" einsetzen.

"Eine gute Entwicklung der Beziehungen zwischen China und Deutschland wird nicht nur für beide Länder von Vorteil sein, sondern auch für die Beziehungen zwischen China und Europa sowie für die ganze Welt", betonte Zhao. Die chinesische Führung wolle mit Deutschland auch zusammenarbeiten, um "einen größeren Beitrag zu Frieden und Stabilität in der Welt zu leisten".

Mit Blick auf "Differenzen" mit Deutschland und insbesondere Fragen zur Lage in der Provinz Xinjiang bleibe Peking bei seiner Linie: Das seien "innere Angelegenheiten", sagte der Außenamtssprecher. Diese duldeten "keine Einmischung von außen."

Die Linie Chinas zu "sogenannten Menschenrechtsfragen" sei klar, sagte Zhao weiter. "China hat Menschenrechte immer respektiert und geschützt". Peking sei zu Menschenrechtsdialogen bereit. Diese müssten "auf der Grundlage von Gleichberechtigung und gegenseitigem Respekt" geführt werden und dazu beizutragen, "die globale Menschenrechtspolitik in eine fairere, gerechtere, vernünftigere und integrativere Richtung zu lenken". Die chinesische Seite lehne jedoch Versuche ab, "uns unter dem Deckmantel der Erörterung von Menschenrechtsfragen zu verleumden".

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Rathausbrand in Limoges bei Unruhen: Linksradikaler festgenommen

Drei Tage nach den landesweiten Ausschreitungen in Frankreich ist ein als linksradikaler Gefährder bekannter Mann im Zusammenhang mit dem Brand des Rathauses von Limoges festgenommen worden. Eine Anti-Terrorismus-Einheit übernahm die Ermittlungen, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus informierten Kreisen erfuhr. Der 40-Jährige sei wegen Gewalt gegen Amtsträger als Gefährder registriert. Er lebe im benachbarten Département Creuse.

AfD-Politiker wegen mutmaßlicher NS-Parole in Hessen angeklagt

Weil er eine Propagandaparole der Hitlerjugend verwendet haben soll, ist der schleswig-holsteinische AfD-Politiker Kevin Dorow angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft im hessischen Gießen erhob nach Angaben vom Dienstag Anklage gegen den 28-Jährigen. Er soll in einer Rede bei der Gründung der AfD-Jugendorganisation "Generation Deutschland" im November in Gießen den Satz "Jugend muss durch Jugend geführt werden" gesagt haben.

Baby getötet und Leiche in Kühltruhe gelegt: BGH bestätigt Hafturteil aus Fulda

Das Fuldaer Hafturteil gegen eine Frau wegen der Tötung ihres Neugeborenen ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte die Verurteilung wegen Totschlags, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Urteil hervorgeht. Die Angeklagte hatte das Baby im Sommer 2022 direkt nach der Geburt getötet. (Az. 2 StR 146/26)

Australische Abgeordnete nach mutmaßlichem Angriff weiter in kritischem Zustand

Die bei einem mutmaßlichen Angriff lebensgefährlich verletzte australische Abgeordnete Helen Haines befindet sich nach Regierungsangaben weiter in einem kritischen Zustand. Die 65-Jährige sei operiert worden und sei weiterhin im Krankenhaus, sagte Premierminister Anthony Albanese am Dienstag im Fernsehen. Er habe mit ihrem Mann Phil gesprochen. Die Gedanken "aller Australier" seien bei der Familie und den Freunden der parteilosen Abgeordneten, fügte er hinzu.

Textgröße ändern: