Deutsche Tageszeitung - Nach Golddiebstahl in Manching prüft Polizei Parallelen zu ähnlichen Taten

Nach Golddiebstahl in Manching prüft Polizei Parallelen zu ähnlichen Taten


Nach Golddiebstahl in Manching prüft Polizei Parallelen zu ähnlichen Taten
Nach Golddiebstahl in Manching prüft Polizei Parallelen zu ähnlichen Taten / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Diebstahl eines wertvollen Goldschatzes aus dem Kelten-Römer-Museum im oberbayerischen Manching prüft die Polizei einen Zusammenhang mit den spektakulären Kunstdiebstählen aus dem Grünen Gewölbe in Dresden und dem Berliner Bode-Museum. Nach Angaben der Ermittler vom Mittwoch gingen die Täter hochprofessionell vor und kappten vor dem Diebstahl Telefonleitungen in Manching. Der Handelswert der gestohlenen historischen Münzen beträgt 1,6 Millionen Euro, der reine Goldwert etwa 250.000 Euro.

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"Wir stehen natürlich im Austausch mit den Kollegen in Berlin und Dresden", sagte der Vizepräsident des bayerischen Landeskriminalamts (LKA), Guido Limmer, im von der Tat betroffenen Museum in Manching. Dabei gehe es um mögliche Parallelen zu diesen Fällen. "Ob es Zusammenhänge gibt, können wir noch gar nicht sagen."

Aus dem Grünen Gewölbe in Dresden war 2019 kulturhistorisch wertvoller Juwelenschmuck aus dem 18. Jahrhundert gestohlen worden. Von der Beute fehlt bis heute jede Spur, sechs Tatverdächtige stehen derzeit in Dresden vor Gericht.

Aus dem Berliner Bode-Museum wurde 2017 eine hundert Kilogramm schwere Goldmünze gestohlen, die ebenfalls verschwunden blieb - vermutlich wurde sie zerstört und das Gold verkauft. In dem Fall wurden drei Männer verurteilt.

Bei den in Manching gestohlenen Münzen handelt es sich um den größten keltischen Goldfund des 20. Jahrhunderts. Er wurde im Jahr 1999 im Gebiet der Gemeinde entdeckt. Die Münzen können etwa auf das Jahr 100 vor Christus datiert werden.

Rupert Gebhard, Leitender Sammlungsdirektor der Archäologischen Staatssammlung München, sagte, der bei gezielten Grabungen entdeckte Schatz sei für die europäische Archäologengemeinschaft ein wirkliches Kleinod. Das Gold habe ein Gewicht von insgesamt gut 3,7 Kilogramm, was einem Materialwert von etwa 250.000 Euro entspreche. Gebhard sagte, was die Diebe machen wollten, sei offen. "Die schlimmste Option des Einschmelzens bedeutet einen Totalverlust für uns."

Nach den Erkenntnissen zum Tatablauf zerstörten die Diebe um 01.17 Uhr Leitungen in einem Verteilerzentrum der Telekom bei Manching. Neun Minuten später sei vermutlich von diesen Tätern in dem etwa einen Kilometer entfernt gelegenen Museum eine Tür aufgebrochen worden. Danach hätten sie die Münzen gestohlen und das Gebäude wieder verlassen. Bemerkt wurde der Diebstahl erst Stunden später.

Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) vermutete einen Fall von organisierter Kriminalität. "Klar ist, du marschierst nicht einfach in so ein Museum rein und nimmst dann diesen Schatz mit", sagte Blume im Bayerischen Rundfunk. "Das ist hochgradig gesichert, und insofern liegt die Vermutung zumindest nahe, dass wir es hier eher mit einem Fall von organisierter Kriminalität zu tun haben."

Die Täter seien mit einer kriminellen Energie vorgegangen, gegen die auch ein sehr hohes Maß von Sicherheitsvorkehrungen "offensichtlich dann nicht ausgereicht hat". "Der große Schaden tatsächlich ist ja der kulturhistorische Schaden", sagte Blume zu dem Diebstahl. "Wir reden über den größten keltischen Goldfund des 20. Jahrhunderts - er ist von einmaligem kulturhistorischen Wert." Es werde "alles getan", um "der Täter habhaft zu werden".

(N.Loginovsky--DTZ)

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