Deutsche Tageszeitung - ANC protestiert gegen Haftentlassung des Mörders von Anti-Apartheid-Kämpfer Hani

ANC protestiert gegen Haftentlassung des Mörders von Anti-Apartheid-Kämpfer Hani


ANC protestiert gegen Haftentlassung des Mörders von Anti-Apartheid-Kämpfer Hani
ANC protestiert gegen Haftentlassung des Mörders von Anti-Apartheid-Kämpfer Hani / Foto: © AFP/Archiv

Mitglieder der südafrikanischen Regierungspartei ANC und der Kommunistischen Partei haben am Samstag vor dem Verfassungsgericht in Johannesburg gegen die angekündigte Haftentlassung des Mörders des Anti-Apartheid-Kämpfers Chris Hani demonstriert. Es werde weitere Demonstrationen geben, wenn Janusz Walus freikomme, sagte Panyaza Lesufi, ein ranghoher Vertreter des ANC. "Auch wenn er aus dem Gefängnis freikommt, muss er wissen, dass die Südafrikaner nicht glücklich sind", sagte er vor Journalisten.

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"Wir haben das Recht ihm zu sagen, dass er unseren Helden ermordet hat", sagte Lesufi, während Dutzende Menschen friedlich vor dem Verfassungsgericht demonstrierten. Hani, prominenter Vertreter des ANC und Generalsekretär der Kommunistischen Partei Südafrikas, war am 10. April 1993 von Walus erschossen worden, einem polnischen Einwanderer mit Verbindungen zu Rechtsextremisten. Zum Zeitpunkt von Hanis Ermordung befanden sich die Verhandlungen über ein Ende der Rassentrennung in dem Apartheid-Staat in der Schlussphase.

Ein Jahr nach seinem Tod wurden in Südafrika die ersten demokratischen Wahlen abgehalten. Es war das erste Mal, dass die schwarze Bevölkerungsmehrheit abstimmen durfte; nach drei Jahrhunderten weißer Herrschaft und dem ab 1948 etablierten rassistischen Apartheidsystem.

Das Verfassungsgericht in Johannesburg hatte am Montag die vorzeitige Haftentlassung des 69-jährigen Walus angeordnet. Dieser war wegen Mordes zum Tode verurteilt worden, nach der Abschaffung der Todesstrafe 1994 in Südafrika wurde das Urteil in lebenslange Haft umgewandelt.

Hani war auch Chef von Umkhonto we Sizwe gewesen, des bewaffneten Arms des ANC. Er wurde in der Einfahrt seines Hauses in Boksburg, einem östlichen Vorort von Johannesburg, erschossen. Die Tat löste Proteste und Unruhen in den Townships aus.

(V.Sørensen--DTZ)

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