Deutsche Tageszeitung - Betreiber von illegalem Internetmarktplatz zu langen Haftstrafen verurteilt

Betreiber von illegalem Internetmarktplatz zu langen Haftstrafen verurteilt


Betreiber von illegalem Internetmarktplatz zu langen Haftstrafen verurteilt
Betreiber von illegalem Internetmarktplatz zu langen Haftstrafen verurteilt / Foto: © AFP/Archiv

Das Landgericht Trier hat die Betreiber eines riesigen illegalen Drogenmarktplatzes im Internet zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Kammer sprach den Mann eines australischen Ehepaars der bewaffneten Einfuhr von Betäubungsmitteln schuldig und verhängte eine Strafe von neun Jahren gegen ihn, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Er wurde zudem wegen Beihilfe zum Drogenhandel in 1498 Fällen verurteilt. Darüber hinaus muss er in eine Entziehungsanstalt.

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Seine Ehefrau verurteilte das Gericht ebenfalls wegen bewaffneter Einfuhr von Betäubungsmitteln sowie Beihilfe zum Drogenhandel in 1498 Fällen zu fünfeinhalb Jahren Haft. Zudem zog es die Erträge der Tat in Höhe von mehr als 2,7 Millionen Euro ein. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass beide mit weiteren Tätern den Handelsplatz Darkmarket betrieben hatten.

Der Mann war Administrator der Plattform, seine Frau war für das Design und die Schlichtung von Streits zwischen Verkäufern und Kunden zuständig. Außerdem brachten die beiden Drogen aus Dänemark nach Deutschland. Zum Zeitpunkt der Abschaltung im Januar 2021 gehörte Darkmarket mit rund 500.000 Nutzern und mehr als 2400 Verkäufern zu den weltweit größten illegalen Marktplätzen. Insgesamt wurden mindestens 320.000 Geschäfte abgewickelt.

Bezahlt wurde mit verschiedenen Kryptowährungen. Deren Wert entsprach zum Zeitpunkt der Abschaltung von Darkmarket einer Summe von mehr als 140 Millionen Euro. Das Ehepaar nahm für die Handelsvorgänge laut Urteil eine Provision. Beide wurden im Januar 2021 festgenommen - zunächst der Ehemann, der aus Dänemark nach Deutschland einreiste, wenige Wochen später seine Ehefrau. Der Prozess gegen beide begann im Dezember 2021, musste wegen einer Erkrankung im April jedoch von vorn beginnen.

Auf die Spur der beiden Australier waren die Ermittler durch den sogenannten Cyberbunkerfall gekommen. Bei diesem Bunker handelte es sich um ein Rechenzentrum, das in einem früheren Nato-Bunker im rheinland-pfälzischen Traben-Trarbach betrieben wurde. Dort wurde die Infrastruktur für kriminelle Aktivitäten zur Verfügung gestellt, auch Darkmarket nutzte dort vorübergehend einen Server. Im Cyberbunkerfall wurden im Dezember 2021 in Trier acht Angeklagte zu großteils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz legte Revision ein.

(V.Sørensen--DTZ)

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