Deutsche Tageszeitung - Verhandlung im Prozess um Brüsseler Terroranschläge von 2016 begonnen

Verhandlung im Prozess um Brüsseler Terroranschläge von 2016 begonnen


Verhandlung im Prozess um Brüsseler Terroranschläge von 2016 begonnen
Verhandlung im Prozess um Brüsseler Terroranschläge von 2016 begonnen / Foto: © POOL/AFP

Im Prozess um die Brüsseler Anschläge von 2016 haben am Montag die eigentlichen Verhandlungen begonnen. Zehn Männer sind angeklagt, an den islamistischen Anschlägen in der belgischen Hauptstadt mit 32 Toten und hunderten Verletzten beteiligt gewesen zu sein. Unklar war, inwieweit die Angeklagten im Laufe des Prozesses aussagen werden.

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Der Prozess findet unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Einer der Anwälte der Angeklagten, Stanislas Eskenazi, kritisierte die strengen Auflagen, unter denen die Beschuldigten vor Gericht erscheinen müssen. Dies könne sich auf deren Aussagebereitschaft auswirken, sagte er.

Unter den anwesenden neun Angeklagten im Gerichtssaal waren auch der einzige Überlebende des Terrorkommandos der Pariser Anschläge vom November 2015 mit 130 Todesopfern, Salah Abdeslam, und sein Kindheitsfreund Mohamed Abrini. Abdeslam und Abrini sowie vier weitere Angeklagte wurden bereits im Pariser Prozess wegen ihrer Verwicklung in die dortigen Anschläge verurteilt. Die Ermittler gehen davon aus, dass dieselbe Dschihadistenzelle hinter den Anschlägen in Brüssel und in Paris steckt.

Bei dem Brüsseler Prozess drohen neun Angeklagten lebenslange Haftstrafen wegen "Mordes und versuchten terroristischen Mordes". Einem zehnten Angeklagten, Ibrahim Farisi, wird wegen "Beteiligung an den Aktivitäten einer terroristischen Vereinigung" der Prozess gemacht. Einem der Angeklagten wird in Abwesenheit der Prozess gemacht; er soll in Syrien zu Tode gekommen sein.

Der Prozess hatte vergangenen Mittwoch mit der Bildung der Jury begonnen. Ab Dienstag soll die 500-seitige Anklageschrift verlesen werden. Es wird erwartet, dass die Angeklagten ab dem 19. Dezember befragt werden und die ersten Opferaussagen Mitte Januar stattfinden. Der Prozess ist bis Juni kommenden Jahres angesetzt.

Bei den Selbstmordattentaten in Brüssel am 22. März 2016 hatten sich mehrere Täter am Flughafen und in einer U-Bahn-Station in die Luft gesprengt. Dabei wurden 32 Menschen getötet und 340 weitere verletzt. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte die Taten für sich.

(W.Budayev--DTZ)

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