Deutsche Tageszeitung - Mutter einer beim Anschlag in Nizza getöteten Berlinerin hält Strafmaß für zu niedrig

Mutter einer beim Anschlag in Nizza getöteten Berlinerin hält Strafmaß für zu niedrig


Mutter einer beim Anschlag in Nizza getöteten Berlinerin hält Strafmaß für zu niedrig
Mutter einer beim Anschlag in Nizza getöteten Berlinerin hält Strafmaß für zu niedrig / Foto: © AFP/Archiv

Die Mutter einer bei dem Anschlag in Nizza getöteten Lehrerin aus Berlin hat enttäuscht auf die Verurteilung der beiden Hauptangeklagten zu jeweils 18 Jahren Haft reagiert. "Ich hätte mir härtere Strafen gewünscht", sagte Barbara Bielfeldt der AFP am Dienstag in Paris. Ihre 29 Jahre alte Tochter war mit ihren Schülerinnen und Schülern auf Klassenfahrt in Nizza gewesen.

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Der Prozess habe die Erinnerung an die schlimme Zeit nach dem Anschlag aufgewühlt, als sie in Nizza nach ihrer Tochter gesucht habe. "Das kann man nicht vergessen", sagte sie. Auch nach drei Monaten des Prozesses seien Fragen offen geblieben, sie wisse noch immer nicht genau, wie ihre Tochter ums Leben gekommen sei.

Die Anwältin Alexandre de Brossin de Méré, die die Mutter einer der getöteten Schülerinnen aus Berlin vertreten hatte, zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. "Es entspricht dem Ergebnis der dreimonatigen Verhandlungen", sagte sie. "Das Gericht hat keine Ausreden zugelassen. Die Nähe der Angeklagten zum Täter und seinen Planungen sind dokumentiert und mit dem Urteil bewertet worden", sagte sie. Die Staatsanwaltschaft hatte für die beiden Hauptangeklagten nur 15 Jahre Haft gefordert.

Im Terrorismusprozess zum Lkw-Anschlag in Nizza mit 86 Toten im Jahr 2016 sind insgesamt acht Angeklagte zu Haftstrafen zwischen zwei und 18 Jahren verurteilt worden. Die beiden Freunde des von der Polizei erschossenen Täters wurden wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung verurteilt, die übrigen unter anderem wegen Waffenhandels.

(Y.Leyard--DTZ)

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