Deutsche Tageszeitung - Neun Jahre Haft für 24-Jährige nach Tötung von Säugling in Nordrhein-Westfalen

Neun Jahre Haft für 24-Jährige nach Tötung von Säugling in Nordrhein-Westfalen


Neun Jahre Haft für 24-Jährige nach Tötung von Säugling in Nordrhein-Westfalen
Neun Jahre Haft für 24-Jährige nach Tötung von Säugling in Nordrhein-Westfalen / Foto: © AFP/Archiv

Wegen die Tötung ihres neugeborenen Kinds hat das Landgericht Mönchengladbach eine 24 Jahre alte Frau zu neun Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach die Frau am Donnerstag wegen Totschlags schuldig, wie ein Gerichtssprecher sagte. Wegen einer schweren Persönlichkeitsstörung sei sie jedoch vermindert schuldfähig. Sie soll in einer Psychiatrie untergebracht werden.

Textgröße ändern:

Das Gericht sah es demnach als erwiesen an, dass die Angeklagte im März ihr neugeborenes Kind getötet hatte. Dabei soll sie das Kind gegen etwas geschlagen haben. Die Mutter verletzte das Kind nach Ansicht des Gerichts aber nicht deshalb tödlich, um dessen Schreie zu unterbinden. Stattdessen folgte es der Gutachterin, derzufolge die Angeklagte aus einem Selbsthass heraus gehandelt habe. Die Tötung des Kinds war der Gutachterin zufolge eine maximale Form der Selbstschädigung, wie der Sprecher sagte.

Die Anklage hatte der Beschuldigten Mord aus niedrigen Beweggründen vorgeworfen und eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Dagegen plädierte die Verteidigung auf eine Freiheitsstrafe von höchstens sieben Jahren bei gleichzeitiger Feststellung der verminderten Schuldfähigkeit.

Die Leiche des Kinds war Ende März in einem Mülleimer eines Parks in Mönchengladbach entdeckt worden. Später erhielt das Kind den Namen Rabea. Der Fall sorgte im Frühjahr für Entsetzen. Schon kurz nach dem Fund der Babyleiche gingen die Ermittler von einer vorsätzlichen Tötung aus, weil das Kind lebend zur Welt gekommen war und der Leichnam schwere Verletzungen aufwies.

Etwa zwei Monate später konnte die Mutter durch einen DNA-Test identifiziert werden. Sie hatte freiwillig an dem Reihentest teilgenommen, der von den Ermittlern initiiert worden war. Ihnen gegenüber gestand sie die Tat schließlich.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Trump: Habe Putin um Freilassung von US-Bürger Hubbard gebeten

US-Präsident Donald Trump hat den russischen Staatschef Wladimir Putin nach eigenen Angaben um die Freilassung des seit Jahren inhaftierten US-Bürgers Stephen Hubbard gebeten. Es sei an der Zeit, Hubbard zurückzuholen, sagte Trump am Dienstag in Washington. Der Lehrer im Ruhestand war im Oktober 2024 in Moskau wegen angeblichen "Söldnertums" für die Ukraine zu einer Haftstrafe von fast sieben Jahren verurteilt worden.

Italienische Regierung schickt nach Ausschreitungen 500 Soldaten nach Mailand

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Mailand schickt Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni 500 Soldaten in die Großstadt. Die Soldaten sollten bis Jahresende in Mailand bleiben und die Polizei unterstützen, erklärte Meloni am Dienstag nach einer Kabinettsitzung. "Es gibt das Recht zu demonstrieren, aber nicht, unsere Städte zu plündern", sagte die rechtsgerichtete Regierungschefin in einem Online-Video.

Tod von 53 Migranten in Texas: Schleuser zu 30 Jahren Haft verurteilt

Gut vier Jahre nach dem Tod von 53 Migranten in einem überhitzten Lastwagen im US-Bundesstaat Texas ist einer der Schleuser zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Der 39-Jährige aus Guatemala sei mitverantwortlich für den Tod der Menschen gewesen, die von Mexiko aus in die USA gelangen wollten, erklärte die Staatsanwaltschaft am Dienstag zu dem Urteil des Bundesgerichts in San Antonio.

Kreise: Erstes Abschiebezentrum von EU-Ländern in Drittstaat soll in Ruanda entstehen

Das erste Abschiebezentrum von EU-Ländern in einem Drittstaat wird voraussichtlich in Ruanda entstehen. Eine Vereinbarung zwischen dem afrikanischen Land und den fünf EU-Mitgliedstaaten, die die Einrichtung solcher Zentren vorantreiben, könnte bereits im nächsten Monat unterzeichnet werden, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen erfuhr. Ruanda wird seit langem als mögliches Aufnahmeland genannt und ist den Angaben zufolge inzwischen der klare Favorit.

Textgröße ändern: