Deutsche Tageszeitung - Erneut Gewaltausbrüche bei Anti-Regierungsprotesten in Peru

Erneut Gewaltausbrüche bei Anti-Regierungsprotesten in Peru


Erneut Gewaltausbrüche bei Anti-Regierungsprotesten in Peru
Erneut Gewaltausbrüche bei Anti-Regierungsprotesten in Peru / Foto: © AFP

In Peru ist es bei den Protesten gegen Präsidentin Dina Boluarte erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften gekommen. In der an der Grenze zu Bolivien gelegenen Kleinstadt Desaguadero brannte am Freitag (Ortszeit) einem lokalen Fernsehsender zufolge eine Menschenmenge eine Polizeistation nieder und setzte eine Zollstelle in Flammen.

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Nahe der bei Touristen beliebten Weltkulturerbestätte Machu Picchu im Süden Perus saßen wegen der Unterbrechung einer Eisenbahnlinie nach Angaben der Behörden 417 Reisende fest, darunter 300 ausländische Touristen. "Wir wissen nicht, ob ein Zug kommen wird, um uns abzuholen", sagte Alem López, ein Besucher aus Chile, der Nachrichtenagentur AFP.

Im Dezember waren bereits rund 200 gestrandete Touristen mit Hubschraubern aus der Region um die Inka-Ruinenstadt Machu Picchu ausgeflogen worden. In der ebenfalls bei Touristen beliebten Stadt Cusco wurde indes der Flughafen wiedereröffnet, Reisende standen Schlange für ihre Flüge.

In Perus zweitgrößter Stadt Arequipa kam es erneut zu Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Protestierende warfen Steine und entzündeten Feuer rund um eine Brücke, um in Richtung des vorübergehend geschlossenen Flughafens vorzustoßen. Die Sicherheitskräfte reagierten mit Tränengasgranaten, wie ein AFP-Fotograf berichtete.

Auch in der nordperuanischen Region La Libertad gab es Zusammenstöße - ungeachtet eines Aufrufs zur Ruhe von Präsidentin Boluarte am Donnerstagabend. Die Staatschefin hatte darin ihre Bereitschaft zu einem "positiven Dialog" erklärt.

Peru wird seit der Amtsenthebung und Verhaftung des linksgerichteten Präsidenten Pedro Castillo am 7. Dezember von Unruhen erschüttert. Die Demonstranten fordern den Rücktritt seiner Nachfolgerin Boluarte und die Auflösung des Parlaments, um unverzüglich Neuwahlen abzuhalten. Bei der Protestwelle starben bisher mindestens 45 Menschen.

Boluarte war vor Castillos Amtsenthebung dessen Vizepräsidentin und trat gemäß der peruanischen Verfassung seine Nachfolge an. Sie gehört derselben linken Partei an wie Castillo. Demonstranten sehen in ihr jedoch eine "Verräterin".

(O.Zhukova--DTZ)

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