Deutsche Tageszeitung - Papst fordert im Südsudan Leben in Würde für Vertriebene

Papst fordert im Südsudan Leben in Würde für Vertriebene


Papst fordert im Südsudan Leben in Würde für Vertriebene
Papst fordert im Südsudan Leben in Würde für Vertriebene / Foto: © VATICAN MEDIA/AFP

Bei seinem Besuch im Südsudan hat Papst Franziskus die Führung des ostafrikanischen Landes dazu aufgefordert, die "Würde" für Millionen vertriebene Konfliktopfer wiederherzustellen. "Traurigerweise ist es in diesem von Krieg zerrissenen Land eine alltägliche und kollektive Erfahrung geworden, ein Vertriebener oder ein Flüchtling zu sein", sagte der 86-jährige Pontifex am zweiten Tag seines Aufenthalts im Südsudan in der Hauptstadt Juba vor hunderten Vertriebenen.

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"Ich möchte meinen eindringlichen und tief empfundenen Appell erneuern, den Konflikt zu beenden und den Friedensprozess ernsthaft wieder aufzunehmen, so dass die Gewalt enden kann und die Menschen zu einem Leben in Würde zurückkehren können", fuhr Franziskus fort.

Im Südsudan leben 2,2 Millionen Binnenvertriebene, oft in überbelegten und unterfinanzierten Flüchtlingslagern unter dem Schutz der Vereinten Nationen. Zwei weitere Millionen leben außerhalb des Landes.

Seit der Unabhängigkeit im Jahr 2011 steckt der Südsudan in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise. Das Land hat sich immer noch nicht von einem fünfjährigen Bürgerkrieg erholt, in dem fast 400.000 Menschen getötet worden waren. Von den zwölf Millionen Einwohnern Südsudans leben nach Schätzungen der Weltbank 80 Prozent in extremer Armut. Zwei Drittel der Bevölkerung leiden Hunger.

Franziskus sagte, es gebe "keinen Raum für weitere Verzögerungen" bei der Verwirklichung des Friedens für alle im Südsudan. In den Flüchtlingslagern würden jeden Tag Kinder geboren: "Sie haben keine Erinnerung daran, was es heißt, ein Zuhause zu haben; sie verlieren ihre Verbindung zu ihrem Heimatland, ihren Wurzeln und ihrer Tradition", sagte der Papst. Sie seien "die Saat eines neuen Südsudans", fügte er hinzu. "Die Zukunft kann nicht in Flüchtlingslagern liegen", sagte der Papst unter Applaus.

Franziskus traf sich am Samstag zunächst mit religiösen Führern des Südsudans. Mehrere tausend Menschen kamen zur Kathedrale St. Theresa in Juba, um das Oberhaupt der katholischen Kirche zu sehen. Zudem war noch ein gemeinsames Gebet mit dem Erzbischof von Canterbury, dem Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, sowie dem Moderator der Generalversammlung der Kirche von Schottland, geplant.

Zuvor hatte die 40. Auslandsreise des Papstes ihn in die Demokratische Republik Kongo geführt. Der Besuch in den zwei afrikanischen Staaten war ursprünglich bereits für Juli 2022 geplant gewesen, jedoch wegen Franziskus' Knieproblemen abgesagt worden.

(W.Uljanov--DTZ)

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