Deutsche Tageszeitung - Saarländischer Pathologe wegen mutmaßlicher Fehldiagnosen erneut vor Gericht

Saarländischer Pathologe wegen mutmaßlicher Fehldiagnosen erneut vor Gericht


Saarländischer Pathologe wegen mutmaßlicher Fehldiagnosen erneut vor Gericht
Saarländischer Pathologe wegen mutmaßlicher Fehldiagnosen erneut vor Gericht / Foto: © AFP/Archiv

In Saarbrücken steht seit Montag bereits zum zweiten Mal ein Pathologe vor Gericht, der Gewebeproben fehlerhaft ausgewertet und Fehldiagnosen gestellt haben soll. Ein weiterer Patient soll deswegen gestorben sein. Der Pathologe aus St. Ingbert war bereits im Juli vom Landgericht zu einer Haftstrafe verurteilt worden, nachdem ein Patient nach einer unnötigen Operation gestorben war.

Textgröße ändern:

Das Landgericht sprach den Pathologen damals der schweren Körperverletzung, fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung in drei Fällen schuldig. Gegen ihn wurde eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verhängt. Nun geht es um zwei weitere Fälle. Diese seien nach dem ersten Verfahren angeklagt worden, sagte ein Gerichtssprecher.

Der Angeklagte soll seinen Beruf ausgeübt haben, obwohl er wusste, dass er wegen seiner gesundheitlichen Probleme nicht mehr in der Lage war, den Facharztstandard einzuhalten. Er soll billigend in Kauf genommen haben, dass Menschen deswegen sterben könnten. Am Montag wurde die Anklage verlesen. Das Gericht setzte acht weitere Verhandlungstermine bis Mitte März an.

Das Urteil vom Juli ist noch nicht rechtskräftig. Da die Verteidigung und eine Nebenklägerin Revision eingelegt hätten, müsse sich der Bundesgerichtshof in Karlsruhe damit befassen, sagte der Landgerichtssprecher weiter. Eine Revision der Staatsanwaltschaft sei hingegen zurückgenommen worden.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

PHP-Sicherheitslücke: BSI rät zur "umgehenden" Installation von Sicherheitsupdate

Nach dem Bekanntwerden einer gravierenden Sicherheitslücke in der Web-Programmiersprache PHP haben Regierungsbehörden und Unternehmen weltweit zahlreiche Internetseiten vorsorglich abgeschaltet. In Europa waren am Mittwoch unter anderem Websites in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Belgien betroffen. Der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn hatten wegen der Gefahr von Cyberangriffen dringend zu diesem Schritt geraten. Zudem rieten sie zur "umgehenden" Installation eines Sicherheitsupdates. BSI-Vizepräsident Thomas Caspers warnte auch Nutzer vor kompromittierten Websites.

Ungarische Staatsanwaltschaft nimmt Ex-Zentralbankchef und Orbán-Vertrauten fest

In einem der spektakulärsten Korruptionsfälle des Landes hat die ungarische Staatsanwaltschaft den früheren Zentralbankchef György Matolcsy festnehmen lassen. Dem ehemals engen Vertrauten von Ex-Regierungschef Viktor Orban sowie weiteren Beschuldigten werde unter anderem Wirtschaftsbetrug vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Die Beschuldigten seien vernommen worden und befänden sich in Gewahrsam. Matolcsys Anwalt Pal Batki bestätigte eine Festnahme wegen Wirtschaftsbetrugs und Urkundenfälschung, machte jedoch keine weiteren Angaben.

Urteil: 17-Jähriger mit Einkommen muss zu hohen Unterhaltsvorschuss zurückzahlen

Ein junger Mann aus Thüringen muss etwa 300 Euro Unterhaltsvorschuss zurückzahlen, weil er in dem Monat bereits selbst Geld verdiente. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies am Mittwoch seine Klage gegen die Stadt Gera ab. Der Kläger war im maßgeblichen Monat noch 17 Jahre alt. (Az. 5 C 6.25)

Frau in Baden-Württemberg in Kopf geschossen: Lebenslange Haft wegen Mordes

Weil er seine Frau mit einem Schuss in den Kopf getötet haben soll, ist ein 38-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht im baden-württembergischen Ellwangen sprach ihn am Mittwoch wegen Mordes schuldig, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Textgröße ändern: