Deutsche Tageszeitung - Hafturteil nach Überrollen von Mann mit Todesfolge rechtskräftig

Hafturteil nach Überrollen von Mann mit Todesfolge rechtskräftig


Hafturteil nach Überrollen von Mann mit Todesfolge rechtskräftig
Hafturteil nach Überrollen von Mann mit Todesfolge rechtskräftig / Foto: © AFP/Archiv

20 Monate nach der Tat ist laut einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) das Urteil gegen eine junge Frau aus Baden-Württemberg rechtskräftig, die mit ihrem Auto einen Mann überfuhr und tötete. Das Landgericht Stuttgart hatte sie im August wegen Totschlags und eines vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu drei Jahren Haft verurteilt. Der BGH fand keine Rechtsfehler in dem Urteil und verwarf die Revision der Angeklagten, wie er am Montag mitteilte.

Textgröße ändern:

Das Stuttgarter Gericht sah es als erwiesen, dass der Mann im Juni 2021 nachts plötzlich auftauchte, als die damals 19-Jährige mit zwei Freundinnen vor ihrem Auto in einer Grundstückseinfahrt in Ludwigsburg stand. Sein Haus stand an der Einfahrt. Er habe nur Unterwäsche und einen Bademantel getragen und einen Gehstock in der Hand gehalten. Die drei Frauen seien in das Auto gestiegen, der Mann habe sich vor das Auto gestellt und die Frauen trotz Aufforderung nicht losfahren lassen.

Die Angeklagte sei durch die ungewöhnliche Erscheinung des späteren Opfers erschrocken. Sie sei langsam losgerollt, wodurch der Mann auf die Motorhaube geladen wurde und nach dem Bremsen herunterfiel. Dann habe die Angeklagte ihn überfahren und dabei in Kauf genommen, dass er schwere Verletzungen erleiden würde. Sie rief die Rettungskräfte, die ihm aber nicht mehr helfen konnten.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

EuGH-Gutachten hält Übergewinnsteuer in Energiekrise 2022 und 2023 für rechtmäßig

Ein neues Gutachten am Europäischen Gerichtshof (EuGH) stuft die sogenannte Übergewinnsteuer für Energiekonzerne aus den Jahren 2022 und 2023 als rechtmäßig ein. Es sei eine befristete Ausnahme gewesen, erklärte der zuständige Generalanwalt Athanasios Rantos in seinen am Donnerstag in Luxemburg vorgelegten Schlussanträgen. Ein Urteil ist das aber noch nicht. (Az. C-358/24 u.a.)

Tantiemen zur Zweitnutzung von Texten: EuGH urteilt zugunsten von Sachbuchautoren

Im deutschen Streit zwischen Wissenschaftsautoren und der Verwertungsgesellschaft Wort über die Verteilung von Tantiemen hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Donnerstag zugunsten der Autoren entschieden. Druckkostenzuschüsse dürfen demnach nicht aus den Tantiemen für die Urheber bezahlt werden, wenn sie auch anderen zugute kommen, die keine Urheberrechte haben. Sonst würde den Urhebern ein Teil ihrer Einnahmen entzogen. (Az. C-840/24)

"Linke Clan-Bürgermeisterin": Berliner Linke verliert in Streit um Hagel-Äußerungen

Im Streit um Äußerungen von Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) hat die Berliner Linke vorerst eine Niederlage erlitten. Das Verwaltungsgericht Stuttgart wies einen Unterlassungsantrag des Landesverbands der Linken am Mittwoch zurück, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Die Partei wollte dem Land Baden-Württemberg im Eilverfahren untersagen lassen, zwei Aussagen Hagels über die Berliner Polizei und die Linke zu verbreiten.

Stichwahl in Brasilien: Amtsinhaber Lula beantragt Annullierung von Bolsonaros Kandidatur

Unmittelbar vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien hat Amtsinhaber Luiz Inácio Lula vor dem Obersten Wahlgericht den Ausschluss seines rechtsgerichteten Herausforderers Flávio Bolsonaro beantragt. In einem am Mittwoch (Ortszeit) eingereichten Antrag forderte Lulas Wahlkampfteam Bolsonaros Disqualifizierung unter Verweis auf dessen "Missbrauch wirtschaftlicher Macht" sowie den "unzulässigen Einsatz von Onlinenetzwerken".

Textgröße ändern: