Deutsche Tageszeitung - Zahl der Todesopfer nach Bootsunglück vor Italien steigt auf 64

Zahl der Todesopfer nach Bootsunglück vor Italien steigt auf 64


Zahl der Todesopfer nach Bootsunglück vor Italien steigt auf 64
Zahl der Todesopfer nach Bootsunglück vor Italien steigt auf 64 / Foto: © AFP

Nach dem Bootsunglück vor der Küste der süditalienischen Region Kalabrien ist die Zahl der Todesopfer auf 64 gestiegen. Wie ein Sprecher der Feuerwehr in der Küstenstadt Crotone am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP sagte, wird die Zahl der Toten voraussichtlich weiter steigen. Unterdessen begannen Angehörige der Opfer damit, die Toten zu identifizieren. Drei mutmaßliche Schleuser wurden im Zusammenhang mit dem Unglück festgenommen.

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Wie ein AFP-Journalist berichtete, wurden die Särge mit 64 Leichen in einer Sporthalle in Crotone aufgereiht, fünf davon waren weiße Kindersärge. Am Dienstagmorgen waren einige der Särge geöffnet worden, um angereisten Angehörigen die Identifizierung der Toten zu ermöglichen. Verwandten reisten hierfür unter anderem aus Deutschland und Österreich an.

Die Feuerwehr ist weiterhin an der Küste und ihm Meer nahe dem Unglücksort im Einsatz, um nach Opfern zu suchen. Das Boot, auf dem sich der EU-Grenzschutzbehörde Frontex zufolge rund 200 Menschen befanden, war am Sonntagmorgen nach Angaben der italienischen Küstenwache nahe Crotone bei heftigem Seegang wenige Meter vom Ufer entfernt an einem Felsen zerschellt. Nur 79 Menschen aus Afghanistan, Pakistan, Somalia und Syrien überlebten.

Im Zuge der Ermittlungen zu dem Bootsunglück wurden drei mutmaßliche Schleuser festgenommen. Wie ein Polizeisprecher am Dienstag AFP sagte, handelt es sich um zwei pakistanische und einen türkischen Staatsbürger. Laut der italienischen Nachrichtenagentur AGI werden sie verdächtigt, von jedem Migranten, den sie an Bord nahmen, rund 8000 Euro für die Überfahrt aus dem türkischen Izmir verlangt zu haben.

Italien ist wegen seiner geografischen Lage besonders häufig ein Ziel von Migranten, die von Nordafrika nach Europa gelangen wollen. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums sind seit Anfang des Jahres rund 14.000 Flüchtlinge in Italien angekommen. Im Vorjahreszeitraum waren es etwa 5300 gewesen.

(V.Sørensen--DTZ)

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