Deutsche Tageszeitung - Synodaler Weg mit Ja zur Diakonweihe für Frauen abgeschlossen

Synodaler Weg mit Ja zur Diakonweihe für Frauen abgeschlossen


Synodaler Weg mit Ja zur Diakonweihe für Frauen abgeschlossen
Synodaler Weg mit Ja zur Diakonweihe für Frauen abgeschlossen / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Bischöfe, Priester, Nonnen und Laien der katholischen Kirche in Deutschland haben das weltkirchlich beachtete Reformprojekt synodaler Weg abgeschlossen. Zum Ende am Samstag forderten die Delegierten in Frankfurt am Main mit klarer Mehrheit die Weihe von Frauen zu Diakoninnen. Obwohl viele Beschlüsse für eine liberalere Kirche stehen, erwartet der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, kein Ende der Austrittswelle aus der deutschen Kirche.

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Der synodale Weg wurde 2019 als Reaktion auf die sogenannte MHG-Studie zum sexuellen Missbrauch in der deutschen Kirche beschlossen, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Kleriker und Laien berieten seitdem Themenkomplexe wie die Rolle der Frau in der Kirche, die katholische Sexualmoral, das Verständnis vom Priesteramt inklusive Pflichtzölibat und kirchliche Machtstrukturen. Im Vatikan wurde wegen des Reformkurs vor einer Spaltung der Kirche gewarnt.

Bischof Bätzing sagte: "Der synodale Weg führt weder in die Spaltung noch ist er der Beginn einer Nationalkirche." Er will die in der Synodalversammlung verabschiedeten Beschlüsse auch in die Weltsynode einbringen, die Papst Franziskus ins Leben gerufen hat und die im Oktober ebenfalls über Kirchenreformen beraten wird.

Die Synodalen trafen während der seit Donnerstag laufenden Beratungen insgesamt 15 Beschlüsse. Einer der wichtigsten ist, dass Frauen künftig auch Diakonin werden können sollen - dies ist das unterste Weiheamt der katholischen Kirche und steht unter dem Priesteramt. Auch eine klare Mehrheit der Bischöfe befürwortete das. Die weitergehende Forderung, für Frauen auch die Priesterweihe zu ermöglichen, konnte sich nicht durchsetzen.

Über die Zulassung von Frauen als Diakonin kann allerdings nur Papst Franziskus entscheiden. Andere Beschlüsse wie etwa die Segnung homosexueller Paare können die deutschen Bischöfe in ihren Bistümern selbst umsetzen. Allerdings ist nicht klar, ob alle Bischöfe dies auch machen werden.

An der Spitze des synodalen Wegs standen Bischof Bätzing und Irme Stetter-Karp, die Präsidentin des Zentralkomitees deutscher Katholiken, der obersten Laienvertretung. Stetter-Karp sagte zu den insgesamt erreichten Ergebnissen, "ohne Zweifel hätte ich mir mehr gewünscht". Allerdings zeige sich durch den synodalen Weg eine große Veränderung. Ein großer Erfolg der Beratungen sei, dass nun alle Reformthemen auf dem Tisch liegen.

Stetter-Karp nannte als Erfolge, dass Frauen auch künftig predigen dürfen und dass die Bitte an den Papst gerichtet wird, den Pflichtzölibat für Priester zu prüfen. Es gebe grundsätzlichen Reformbedarf, mahnte die Laienvertreterin. "Diese Kirche kann nicht bleiben, wie sie ist."

Als größtes Manko räumte Stetter-Karp ein, dass es nicht gelungen sei, die Kirche strukturell wirklich zu verändern. "Wer den Missbrauchsskandal ernst nimmt, muss ganz klar an strukturellen Veränderungen arbeiten", mahnte Stetter-Karp. Eine kleine Zahl der Bischöfe in Deutschland wolle genau dies aber verhindern.

Bätzing sagte, er sehe große Chancen in dem beschlossenen synodalen Ausschuss. Dieser soll die Reformthemen weiterverfolgen. Der Bischof erwartet allerdings vorerst kein Ende der Austrittswelle aus der katholischen Kirche. "Wir werden keine signifikante Veränderung dieser Austrittszahlen erleben." Viele, die austreten, befänden sich bereits in zu großer Distanz zur Kirche. Für in der Kirche aktive Gläubige könnten die Beschlüsse aber das Signal geben, dass etwas voran gehe.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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