Deutsche Tageszeitung - Mehr als 20 Tote durch Tornados und Stürme in mehreren US-Bundesstaaten

Mehr als 20 Tote durch Tornados und Stürme in mehreren US-Bundesstaaten


Mehr als 20 Tote durch Tornados und Stürme in mehreren US-Bundesstaaten
Mehr als 20 Tote durch Tornados und Stürme in mehreren US-Bundesstaaten / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Beim Durchzug eines Sturmtiefs sind in mehreren US-Bundesstaaten mehr als 20 Menschen getötet worden. Dutzende weitere wurden durch Tornados und Stürme verletzt, alleine im besonders hart getroffenen Tennessee starben nach Behördenangaben seit Freitag sieben Menschen. In den Südstaaten Arkansas, Mississippi und Alabama sowie in Indiana und Illinois weiter nördlich richteten Unwetter ebenfalls Verwüstungen an. Für Sonntag waren auch an der US-Ostküste Gewitter, Hagelschauer und starker Wind vorhergesagt.

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Am Freitag hinterließen mehrere Tornados in Arkansas eine Schneise der Zerstörung. Alleine in der Hauptstadt Little Rock kamen nach Angaben von Gouverneurin Sarah Huckabee Sanders fünf Menschen ums Leben. Häuser wurden zerfetzt, Autos umgeweht, Bäume entwurzelt und Strommasten zerstört. Sanders rief den Katastrophenfall aus und mobilisierte die Nationalgarde. Am Samstag sagte sie vor Journalisten, US-Präsident Joe Biden habe ihr in einem Telefonat weitere Hilfe versprochen.

In Illinois kam es am Freitagabend zu einem Unglück in einer Konzerthalle: Infolge schwerer Stürme stürzten in der westlich von Chicago gelegenen Kleinstadt Belvidere während eines Heavy-Metal-Konzerts das Dach und ein Teil der Fassade ein. Videos in Online-Netzwerken zeigten Konzertbesucher, die auf Tragen aus der hüfthoch mit Schutt bedeckten Halle getragen wurden, und ein großes Loch in der Decke. Laut Feuerwehrchef Shawn Schadle kam ein Mensch ums Leben, 28 weitere wurden verletzt.

Im Landkreis Crawford im Süden von Illinois starben drei Menschen, als ein Haus zusammenbrach. Ein Sprecher der Rettungskräfte sagte, das Haus sei vermutlich von einem Tornado erfasst worden.

Im Nachbarstaat Indiana sprach die Polizei laut dem Fernsehsender WTHI von drei Toten nach dem Durchzug eines Sturms im Landkreis Sullivan. Auf Fotos des Senders im Onlinedienst Twitter waren umgeknickte Telefonmasten, zertrümmerte Häuser und von Schutt übersäte Straßen zu sehen.

Die Stadt Wyne im Nordosten von Arkansas wurde durch die Stürme laut der Bürgermeisterin Jennifer Hobbs "in zwei Hälften geschnitten", wie sie im Sender CNN berichtete.

Die Katastrophenschutzbehörde im Bundesstaat Mississippi meldete einen Toten und mehrere Verletzte im Landkreis Pontotoc rund 200 Kilometer südlich von Memphis. In Alabama starb beim Durchzug eines Tornados ein Mensch in seinem Haus, wie die Behörden der Stadt Huntsville mitteilten.

Als die Stürme weiter Richtung Osten zogen, starb in Delaware am Samstagabend laut den Behörden des Landkreises Sussex ein weiterer Mensch durch ein "eingestürztes Gebäude".

Am späten Samstagabend (Ortszeit) waren der Website Poweroutage.us zufolge noch fast 610.000 Haushalte in den betroffenen Bundesstaaten ohne Strom. Die meisten Ausfälle gab es in Ohio und Pennsylvania.

Für Sonntag gab der US-Wetterdienst mehrere Unwetterwarnungen wegen neuer Stürme heraus. "Die Winde können bis zu 100 Stundenkilometer in einem Großteil der Appalachen, dem oberen Ohio-Tal und den Mittelatlantikstaaten erreichen", warnte der Wetterdienst. Auch weitere Tornados waren demnach möglich: Der Wetterdienst warnte für mehrere Bundesstaaten von Iowa im Norden bis Mississippi im Süden vor weiteren heftigen Wirbelstürmen.

Tornados sind schwer vorherzusagen. In den USA kommen sie relativ häufig vor, insbesondere im Zentrum und im Süden des Landes.

Am vergangenen Wochenende hatte ein Wirbelsturm in Mississippi insbesondere in der Ortschaft Rolling Fork massive Schäden angerichtet und 25 Menschen getötet. Im Dezember 2021 waren bei Tornados im Bundesstaat Kentucky rund 80 Menschen gestorben.

(L.Møller--DTZ)

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