Deutsche Tageszeitung - Frankreichs rebellischer Bischof Gaillot stirbt mit 87 Jahren

Frankreichs rebellischer Bischof Gaillot stirbt mit 87 Jahren


Frankreichs rebellischer Bischof Gaillot stirbt mit 87 Jahren
Frankreichs rebellischer Bischof Gaillot stirbt mit 87 Jahren / Foto: © AFP/Archiv

Er setzte sich für Einwanderer, Homosexuelle und Geschiedene ein und wurde schließlich vom Vatikan seines Amts enthoben: Frankreichs rebellischer Bischof Jacques Gaillot ist am Mittwoch im Alter von 87 Jahren gestorben. "Auch wenn er mit manchen Meinungen Anstoß erregte, bleibt er für uns jemand, der sich immer um die Armen und die Ausgestoßenen gekümmert hat", betonte die französische Bischofskonferenz am Mittwoch.

Textgröße ändern:

Gaillot war 13 Jahre lang Bischof von Evreux westlich von Paris gewesen und hatte mit seinen unkonventionellen Stellungnahmen immer wieder Aufsehen erregt. 1989 reiste er auf dem Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior nach Französisch-Polynesien um dort den Stopp der Atomwaffenversuche zu fordern. Später organisierte er Kirchenasyl für afrikanische Migranten in Paris. Innerhalb der katholischen Kirche setzte er sich unter anderem für das Ende des Zölibats und die Priesterweihe von Frauen ein.

Papst Johannes Paul II. enthob Gaillot 1995 seines Amtes und ernannte ihn zum Bischof von Partenia, einer historischen Diözese im heutigen Algerien. Gaillot nutzte das neue Amt auf seine Weise und ließ die im 5. Jahrhundert untergegangene Diözese als Website aufleben. 2015 empfing Papst Franziskus ihn in einer Privataudienz.

Bis kurz vor seinem Tod besuchte Gaillot regelmäßig Häftlinge und blieb Ehrenvorsitzender einer Organisation, die sich um Migranten kümmert.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Geplanter Überfall in Bochum: Gericht verkündet Urteil gegen "Ausbrecherkönig"

In Brüssel wird am Freitag das Urteil gegen den in Frankreich als "Ausbrecherkönig" bekannten Kriminellen Antonio Ferrara erwartet (ab 09.00 Uhr). Ferrara wird in diesem Fall konkret vorgeworfen, zusammen mit mehreren Komplizen einen Raubüberfall auf ein Werttransportunternehmen in Bochum geplant zu haben. Die belgische Staatsanwaltschaft fordert 18 Jahre Haft. Der 53-Jährige ist zusammen mit neun weiteren Verdächtigen angeklagt.

Staatsmedien: Mindestens 16 Tote und 32 Verletzte bei Erdbeben in Tibet

Bei einem schweren Erdbeben in der autonomen Region Tibet in China sind nach Angaben chinesischer Staatsmedien mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des Sender CCTV vom Freitag wurden weitere 46 Menschen bei dem Beben der Stärke 7,0 verletzt, mehr als 300 Häuser stürzten ein oder wurden beschädigt. Die Nachrichtenagentur Xinhua meldete, die Rettungsarbeiten dauerten an, das Ausmaß der Schäden werde weiter ausgewertet.

Xinhua: Mindestens 16 Tote und 32 Verletzte bei Erdbeben in Tibet

Bei dem schweren Erdbeben in der autonomen Region Tibet in China sind nach jüngsten offiziellen Angaben mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf örtliche Behörden berichtete, wurden weitere 32 Menschen bei dem Beben der Stärke 7,0 verletzt, mehr als 300 Häuser stürzten ein. Die Rettungsarbeiten dauerten demnach an, das Ausmaß der Schäden werde weiter ausgewertet.

"Rückkehr zur Ruhe": Demonstrationsverbote und weitere Einschränkungen in Frankreich

Mit Demonstrationsverboten und der Einschränkung geplanter Proteste am Samstag will Frankreich Ausschreitungen wie am vergangenen Wochenende verhindern. Oberstes Ziel sei eine "Rückkehr zur Ruhe", sagte Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag. Er kündigte neue Ausgangssperren an; zudem dürften nur von Gewerkschaften organisierte Kundgebungen stattfinden, sagte er. Die Gelbwesten-Bewegung, die zu den Organisatoren der Proteste zählt, kündigte ihren Widerstand an. In Paris bleiben der Louvre und andere Museen am Samstag geschlossen.

Textgröße ändern: