Deutsche Tageszeitung - Pistorius: Bemühungen um Evakuierungsaktion für Ausländer im Sudan gehen weiter

Pistorius: Bemühungen um Evakuierungsaktion für Ausländer im Sudan gehen weiter


Pistorius: Bemühungen um Evakuierungsaktion für Ausländer im Sudan gehen weiter
Pistorius: Bemühungen um Evakuierungsaktion für Ausländer im Sudan gehen weiter / Foto: © AFP

Die Bundesregierung plant ebenso wie weitere Staaten einen neuen Anlauf, um Deutsche sowie und andere Ausländerinnen und Ausländer vor den Kämpfen in Sudan in Sicherheit zu bringen. "Es geht darum, jetzt schnell einen Weg zu finden, wie wir die Menschen rausholen", sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dem TV-Sender Welt. Die Bundesregierung steht demnach mit beiden Konfliktparteien in dem afrikanischen Land in Kontakt.

Textgröße ändern:

Laut einem Bericht des "Spiegel" hatte die Bundeswehr am Mittwoch eine Evakuierungsaktion abbrechen müssen. Dabei hätten demnach gut 150 Deutsche aus Sudan ausgeflogen werden sollen. Gescheitert sei die Aktion an andauernden Kampfhandlungen.

"Die Lageeinschätzung wird laufend präzisiert - und sie verändert sich laufend", sagte nun Pistorius. Die Bundesregierung sondiere die Lage, um "zusammen mit den beiden Konfliktparteien im Sudan einen Weg zu finden, wie wir unsere Leute dort sicher rausbekommen". Vor der gleichen Herausforderung stünden derzeit auch Frankreich, die USA und Großbritannien.

In dem nordostafrikanischen Land liefern sich Einheiten der Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz seit Samstag erbitterte Kämpfe. Nach Schätzungen mehrerer Botschaften sind bisher mindestens 270 Menschen getötet worden. Die tatsächliche Opferzahl dürfte aber weit höher liegen. Mehrere Anläufe für eine Waffenruhe scheiterten bislang.

SPD-Fraktionsvize Gabriela Heinrich forderte ein Ende der Kampfhandlungen. "Die humanitäre Lage war schon vor Ausbruch der Gewalt äußert angespannt und verschlechtert sich jetzt noch einmal dramatisch", erklärte sie in Berlin. Die militärischen Eliten des Landes müssten ihren Machtkampf beenden, erst dann habe in Sudan "die Demokratiebewegung wieder eine Chance".

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Geplanter Überfall in Bochum: Urteil gegen "Ausbrecherkönig" vor Brüsseler Gericht verschoben

Im Prozess gegen den als "Ausbrecherkönig" bekannten Kriminellen Antonio Ferrara wegen eines geplanten Raubüberfalls in Bochum ist die für Freitag geplante Urteilsverkündung kurzfristig verschoben worden. Das Brüsseler Gericht teilte ohne Angaben von Gründen mit, es werde seine Entscheidung erst am 5. November verkünden. Die Staatsanwaltschaft hat 18 Jahre Haft für Ferrara gefordert, der in Frankreich wegen mehrerer Raubüberfälle und versuchten Mordes sowie wegen zweier Gefängnisausbrüche bereits zu Gefängnisstrafen verurteilt worden war.

Nach Festnahme in Brandenburg: Mutmaßlicher Russland-Spion in Untersuchungshaft

Der am Donnerstag in Brandenburg gefasste mutmaßliche Russland-Spion sitzt nun in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs habe den Haftbefehl gegen den ukrainischen Staatsangehörigen Vadym Y. in Vollzug gesetzt, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Freitag mit.

Sieben Festnahmen bei Razzia wegen gefälschter Sprachzertifikate

In einem großen Ermittlungskomplex zu gefälschten Sprachzertifikaten haben bayerische Ermittler sieben weitere Menschen festgenommen. Bei einer Razzia in über 30 Objekten in Nordrhein-Westfalen und München seien am Mittwoch sechs Haftbefehle vollstreckt worden, am Donnerstag dann ein siebter, teilten das Polizeipräsidium Unterfranken und die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg am Freitag mit. Die Ermittlungen in der Sache laufen schon länger, es gibt um die 50 Tatverdächtige.

Mit 19 Messerstichen getötete Frau aus Hessen: Verdächtiger in Polen gefasst

Im Falle einer mit 19 Messerstichen getöteten 35-Jährigen aus Hessen haben Ermittler in Polen einen Verdächtigen festgenommen. Bei ihm handelt es sich um einen 42-Jährigen, wie die Polizei Gießen und die Staatsanwaltschaft Marburg am Freitag mitteilten. Er soll die 35-Jährige mit 19 Messerstichen getötet und sich anschließend nach Polen abgesetzt haben.

Textgröße ändern: