Deutsche Tageszeitung - Totschlagsprozess um vor zehn Jahren in Hamburg verschwundene Frau begonnen

Totschlagsprozess um vor zehn Jahren in Hamburg verschwundene Frau begonnen


Totschlagsprozess um vor zehn Jahren in Hamburg verschwundene Frau begonnen
Totschlagsprozess um vor zehn Jahren in Hamburg verschwundene Frau begonnen / Foto: © AFP/Archiv

Vor dem Hamburger Landgericht hat ein Prozess um einen Kriminalfall begonnen, der Ermittler und Justiz bereits seit rund zehn Jahren beschäftigt. Ein 43-Jähriger muss sich seit Donnerstag wegen Totschlags verantworten, weil er mutmaßlich bereits vor langer Zeit seine Geliebte erwürgt haben soll. Die Frau wurde im März 2013 als vermisst gemeldet und war zehn Jahre lang verschollen. Erst im Januar dieses Jahres wurden ihre Überreste in einem Hamburger Kanal entdeckt.

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Wann genau die zum Zeitpunkt ihres Verschwindens 29-jährige Frau starb und unter welchen Umständen ihre Leiche in den Kanal im Stadtteil Wilhelmsburg gelangte, ist nicht im Einzelnen bekannt. Die Staatsanwaltschaft geht laut Anklageschrift allerdings davon aus, dass der Verdächtige die aus Bulgarien stammende Frau irgendwann nach ihrem Verschwinden vor zehn Jahren tötete.

Hintergrund waren nach Überzeugung der Behörde persönliche Konflikte zwischen beiden. Die Frau war demnach die Geliebte des damals als Bordellbetreiber tätigen Beschuldigten und forderte von diesem laut Anklage "fortlaufend Geld für ihren Lebensunterhalt". Im Fall der Weigerung drohte sie damit, dessen Familie über die Beziehung sowie seine berufliche Tätigkeit zu informieren.

Bereits nach dem Verschwinden der 29-Jährigen gingen die Ermittler von einem Verbrechen aus und stuften ihren nun vor Gericht stehenden früheren Geliebten als dringend tatverdächtig ein. Er saß sogar in Untersuchungshaft und wurde angeklagt. Das Hamburger Landgericht lehnte eine Prozesseröffnung 2014 aber ab. Dabei spielte eine zentrale Rolle, dass die Leiche der Vermissten damals noch nicht gefunden worden war. Erst jetzt wurde der Prozess eröffnet.

Die sterblichen Überreste der Frau wurden erst Mitte Januar 2023 zufällig von einem Angler in einem Kanal in jenem Stadtteil gefunden, in dem die Getötete zu Lebzeiten gewohnt hatte. Polizeitaucher bargen laut Staatsanwaltschaft anschließend nahezu den kompletten Leichnam. Nach der Identifizierung der Toten wurde der Angeklagte einige Wochen später erneut unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Der Mann befindet sich seither in Untersuchungshaft.

Zum Prozessauftakt am Donnerstag wies der Beschuldigte nach Angaben eines Gerichtssprechers alle Tatvorwürfe zurück. Seine Verteidigung kritisierte demnach den langen Zeitraum, der zwischen der Anklage 2014 und der Eröffnung des Prozesses lag. Für das Verfahren wurden Termine bis zum 1. September angesetzt.

(B.Izyumov--DTZ)

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