Deutsche Tageszeitung - 13 Parlamentsbesetzern wird in Hongkong der Prozess gemacht

13 Parlamentsbesetzern wird in Hongkong der Prozess gemacht


13 Parlamentsbesetzern wird in Hongkong der Prozess gemacht
13 Parlamentsbesetzern wird in Hongkong der Prozess gemacht / Foto: © AFP/Archiv

Vier Jahre nach den Massenprotesten gegen die von China gestützte Regierung in Hongkong hat ein Prozess gegen 13 Parlamentsbesetzer begonnen. Die Angeklagten müssen sich seit Montag in der chinesischen Sonderverwaltungszone wegen der Erstürmung und Plünderung des Parlaments am 1. Juli 2019 vor Gericht verantworten. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Textgröße ändern:

Am 22. Jahrestag der Übergabe der früheren britischen Kronkolonie an China waren am 1. Juli 2019 hunderte Demonstranten in das Parlamentsgebäude von Hongkong eingedrungen und hatten Fenster zerbrochen sowie Graffiti gesprüht.

Beim jetzigem Prozessauftakt bekannten sich sieben der Angeklagten schuldig. Gegen die restlichen sechs wurden zusätzliche Anklagepunkte wie Hausfriedensbruch und "kriminelle Zerstörung" erhoben. Es wird eine Prozessdauer von rund anderthalb Monaten erwartet.

"Ich habe nie meinen Kampf für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie bereut (...). Meine Gedanken werden frei bleiben, wenn ich im Gefängnis bin", schrieb Althea Suen, eine der Angeklagten, im Onlinenetzwerk Facebook. Sie plädierte zum Prozessauftakt auf schuldig.

Bei den pro-demokratischen Massenprotesten von 2019 waren mehr als 10.000 Menschen festgenommen worden. Im folgenden Jahr erließ Peking dann ein sogenanntes Sicherheitsgesetz, das ein rigoroses Vorgehen gegen die Proteste ermöglichte und in der Folge die Demokratiebewegung erstickte. Bisher wurden knapp 2900 Menschen in Zusammenhang mit den Protesten rechtlich belangt. Auch wurden zahlreiche pro-demokratische Politiker und Aktivisten ins Exil getrieben.

Eine der wenigen zuletzt noch bestehenden Oppositionsgruppen, die Civic Party, beschloss am Samstag ihre Selbstauflösung. Fast alle teilnehmenden Mitglieder stimmten bei einer außerordentlichen Parteiversammlung für die Auflösung, die etwa einen Monat dauern könnte. Parteimitglieder waren in der Vergangenheit Repressionen ausgesetzt gewesen.

Die auch als Anwaltspartei bezeichnete Gruppierung war im Jahr 2006 von Eliten hauptsächlich aus dem juristischen Bereich gegründet worden. Ihr Ziel war es, die Demokratisierung und die Zivilgesellschaft in Hongkong zu fördern. "Nach Abschluss aller Verfahren wird die Civic Party von der Erde verschwinden", sagte der Vorsitzende Alan Leong.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Medienbericht: Weitere Anklage im Fall Wirecard

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München I einem Medienbericht zufolge eine weitere Anklage erhoben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um eine frühere Mitarbeiterin, die von Dezember 2019 bis zur Wirecard-Insolvenz im Juni 2020 im Zuständigkeitsbereich von Vorstand Jan Marsalek arbeitete. Zuvor war sie demnach in der Konzernbuchhaltung beschäftigt.

Viele Opfer nach Einsturz von mehrstöckigem Gebäude in Nairobi befürchtet

Nach dem Einsturz eines im Bau befindlichen mehrstöckigen Gebäudes in Kenias Hauptstadt Nairobi werden mehrere Todesopfer befürchtet. Das Unglück habe sich am Freitag in dem Stadtteil Eastleigh ereignet, teilte das Rote Kreuz im Onlinedienst X mit. Örtliche Medien berichteten von möglichen Opfern unter den Trümmern. Auf Bildern vom Unglücksort war eine große Menschenmenge zu sehen. Örtlichen Medien zufolge kam es nach dem Einsturz zu Plünderungen.

Anklage in Rheinland-Pfalz: Bürgermeister soll Beamtem keine Aufgaben gegeben haben

Weil er einem Beamten über Jahre hinweg trotz voller Bezüge keine Arbeitsaufträge gegeben haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Koblenz Anklage gegen einen ehemaligen Verbandsbürgermeister aus Rheinland-Pfalz erhoben. Ihm wird Untreue im besonders schweren Fall vorgeworfen, wie die Behörde am Freitag mitteilte. In dem Zusammenhang erhob sie eine weitere Anklage gegen einen zwischenzeitlich suspendierten leitenden Beamten der Verbandsgemeinde wegen Untreue.

Textgröße ändern: