Deutsche Tageszeitung - Zahl der Toten bei Zugunglück in Indien steigt auf mindestens 288

Zahl der Toten bei Zugunglück in Indien steigt auf mindestens 288


Zahl der Toten bei Zugunglück in Indien steigt auf mindestens 288
Zahl der Toten bei Zugunglück in Indien steigt auf mindestens 288 / Foto: © AFP

Umgestürzte Waggons, Berge von Trümmerteilen, zahlreiche Leichen unter weißen Tüchern neben den Gleisen: Am Tag nach einem der schwersten Zugunfälle der jüngeren indischen Geschichte hat sich am Unglücksort nahe der Stadt Balasore ein Bild der gigantischen Zerstörung gezeigt. Nach der vorläufigen Bilanz der Behörden vom Samstag kamen mindestens 288 Menschen ums Leben, rund 900 weitere wurden verletzt. Nachdem die Rettungskräfte stundenlang nach Verletzten und Toten gesucht hatten, wurde der Einsatz für beendet erklärt.

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"Alle Verletzten und Leichen wurden von der Unglücksstelle weggebracht", sagte ein Koordinator des Rettungseinsatzes. Das Zugunglück sei eines der schwersten in mehr als 20 Jahren. Die Zahl der Toten könne noch steigen, sagte der an der Unfallstelle eingesetzte Leiter der Feuerwehr, Sudhanshu Sarangi, der Nachrichtenagentur AFP. "Viele Menschen, die ins Krankenhaus gebracht wurden, erliegen dort ihren Verletzungen."

Am Freitag waren bei Balasore im ostindischen Bundesstaat Odisha zwei Personenzüge mit einem auf den Gleisen stehenden Güterzug kollidiert. Anubhav Dav saß im letzten Waggon einer der Züge, als er "entsetzliche kreischende Geräusche" hörte. Sein Wagen sei aufrecht stehen geblieben, und er habe unverletzt ins Freie springen können, sagte der 27-Jährige der AFP. Er habe zahlreiche "blutige Szenen" gesehen. "Als ich den Unfallort verlassen habe, konnte ich die Leichen nicht mehr zählen."

Der indische Premierminister Naredra Modi flog am Samstag mit einem Hubschrauber zum Unglücksort. Er wollte die Verletzten im Krankenhaus besuchen. Seine Gedanken seien bei den Familien der Opfer, schrieb Modi im Onlinedienst Twitter.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bekundete sein Beileid. "Meine Gedanken sind bei den Opfern, Verletzten und ihren Familien. Deutschland steht an der Seite Indiens in dieser schweren Zeit", erklärte Scholz auf Twitter.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte seiner indischen Amtskollegin Draupadi Murmu. "Angesichts dieser Katastrophe möchte ich Ihnen, Frau Präsidentin, und den Bürgerinnen und Bürgern Indiens, auch im Namen meiner Landsleute, meine tief empfundene Anteilnahme aussprechen. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und den vermissten Menschen sowie bei ihren Familien" erklärte er.

Aus dem Vatikan hieß es, Papst Franziskus bete "für die vielen Verletzten und die Anstrengungen der Rettungskräfte". Das katholische Kirchenoberhaupt sei "tief betroffen".

Indien besitzt eines der weltweit längsten Schienennetze. Immer wieder gab es in der Vergangenheit schwere Eisenbahnunfälle. 1981 waren zwischen 800 und 1000 Menschen ums Leben gekommen, als in Bihar ein Zug auf einer Brücke entgleist und in einen Fluss gestürzt war. Allerdings hatte sich die Sicherheit auf den Schienen dank massiver Investitionen und neuer Technologien in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

(V.Sørensen--DTZ)

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