Deutsche Tageszeitung - Studentin kann wegen Chataustauschs während Onlineklausur exmatrikuliert werden

Studentin kann wegen Chataustauschs während Onlineklausur exmatrikuliert werden


Studentin kann wegen Chataustauschs während Onlineklausur exmatrikuliert werden
Studentin kann wegen Chataustauschs während Onlineklausur exmatrikuliert werden / Foto: © AFP/Archiv

Wer sich während einer Onlineklausur in einer Chatgruppe mit anderen Studierenden über Prüfungsinhalte austauscht, kann dafür wegen besonders schwerer Täuschung exmatrikuliert werden. Das entschied das Verwaltungsgericht Berlin nach Angaben vom Mittwoch. Es wies damit die Klage einer Studentin einer Berliner Hochschule ab, die an einer Onlineklausur teilgenommen hatte.

Textgröße ändern:

Den Angaben zufolge wurden dem Prüfer nach der Klausur anonym per E-Mail Screenshots sowie Texte von Chatverläufen zugespielt, die den Austausch über Prüfungsinhalte während der Klausur zeigen. Die Hochschule sah darin eine besonders schwere Täuschung, wertete die Klausur der Studentin deshalb als "endgültig nicht bestanden" und exmatrikulierte sie.

Hiergegen klagte die Frau, jedoch ohne Erfolg. Das Gericht folgte demnach nicht ihren Angaben, die Screenshots und Texte des Chats seien gefälscht, die Chatgruppe von der Hochschule selbst eingerichtet worden. Es sei fernliegend, dass die Einrichtung den Chat selbst konstruiert habe, begründete das Verwaltungsgericht seine bereits Anfang Juni getroffene Entscheidung.

Es erscheine plausibel, dass der Übermittler der Chatprotokolle aus Angst vor Repressalien der Kommilitonen anonym habe bleiben wollen. Es könne auch entgegen der Darstellung der Klägerin nicht davon ausgegangen werden, dass jemand aus politischen Motiven den Chat produziert habe, um ihr zu schaden. Dagegen spreche bereits der enorme zeitliche und intellektuelle Aufwand, dessen es bedürfe, um den rund tausend Zeilen umfassenden Chat mitsamt Schreibfehlern zu produzieren.

Die Exmatrikulation als Folge der Täuschung sei ebenfalls nicht zu bestanden. Die Sanktion der Hochschule dürfe auch "generalpräventive Wirkung" haben. Das sei mit Blick auf die vielen bei Onlineklausuren vorgenommenen Täuschungen gerechtfertigt. Gegen das Urteil kann die Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg beantragt werden.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Tödliche Attacke in Pariser Vorstadt: Hitlers "Mein Kampf" bei Angreifer gefunden

Nach dem offenbar rassistisch motivierten Anschlag im Großraum Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" gefunden. Das Buch sei bei einer Durchsuchung der Wohnung im westlich von Paris gelegenen Plaisir entdeckt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Ermittlerkreisen. Gefunden wurden außerdem eine Bibel und ein Koran.

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Textgröße ändern: